Medizin

Demenz: Ab wann Patient nicht mehr Autofahren sollten

Dienstag, 13. April 2010

Eureka – Die American Academy of Neurology hat eine Leitlinie herausgegeben, die es Ärzten erleichtern soll, bei Patienten mit beginnender Demenz den richtigen Zeitpunkt für ein Fahrverbot zu finden. Feste Vorgaben werden jedoch nicht aufgestellt. Die Autoren raten den Ärzten in Neurology (2010; doi: 10.1212/WNL.0b013e3181da3b0f) sich auch auf ihren Instinkt zu verlassen.

Da die Fahrtüchtigkeit älterer Menschen nicht regelmäßig überprüft wird, lastet die Verantwortung häufig auf dem behandelnden Arzt. Er sollte seinem Patienten mit beginnender Demenz rechtzeitig zum Verzicht auf das Autofahren raten, bevor es zu schweren Unfällen kommt.

Feste Regeln mochte die Gruppe um Donald Iverson von der Humboldt Neurological Medical Group in Eureka/Kalifornien jedoch nicht aussprechen. Auch wenn Menschen mit beginnender Demenz sicherlich zu einem hohen Risiko im Straßenverkehr zählen, so hätten neue Studien doch ergeben, dass 76 Prozent aller Patienten im Frühstadium der Demenz eine praktische Fahrprüfung noch bestehen würden. Selbst Patienten mit niedrigen Werten der Clinical Dementia Rating (ein Globaltest für Pflegepersonal) seien oft noch sicher hinter dem Steuer.

Irgendwann geht es dann jedoch nicht mehr. Dieser Zeitpunkt sei gekommen, wenn die Patienten berichten, dass sie weniger Kilometer als zuvor im Auto fahren, oder wenn es häufiger zu Verstößen gegen die Verkehrsregeln gekommen sei oder bereits leichte Unfällen aufgetreten sind. Auch der Bericht der Patienten, dass sie bestimmte Situationen (etwa Fahrten in der Nacht oder bei Regen) meiden, sollte Ärzte hellhörig machen, meinen die Autoren.

Ebenso seien aggressive oder impulsive Persönlichkeitszüge, wie sie häufiger bei Demenzen auftreten, mit der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr nicht vereinbar. Zudem wird ein Wert von 24 oder weniger im Mini-Mental State Examination (MMSE) als mögliches Kriterium genannt. Der Arzt sollte sich jedoch niemals nur auf eine Informationsquelle verlassen. Die Beurteilung der Fahrtüchtigkeit sei immer ein komplexer Entscheidungsprozess. © rme/aerzteblatt.de

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