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Neuinfektionen im Krankenhaus durch hauptamtlichen Hygieniker bekämpfen

Freitag, 16. April 2010

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat einen hauptamtlichen Krankenhaushygieniker für jedes Krankenhaus ab 400 Betten gefordert. Nur so könne die hohe Zahl vermeidbarer Infektionen in Krankenhäusern gesenkt werden, sagte Klaus-Dieter Zastrow, Mitglied des DGKH-Vorstandes, heute in Berlin.

Bislang gebe es nur in fünf Bundesländern eine entsprechende Verpflichtung. Da Krankenhäuser in Zeiten zunehmenden Kostendrucks nicht von sich aus hauptamtliche Hygieniker einstellten, müsse das Bundesgesundheitsministerium durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes eine bundesweit geltende Regelung herbeiführen.

„Auf diese Weise könnten die Kliniken Millionen einsparen, die sie nun für die Folgebehandlung nach einer Krankenhausinfektion ausgeben müssen“, erklärte Zastrow. 

Laut DGKH stammen die aktuellsten Zahlen über Neuinfektionen mit Krankenhauserregern, beispielsweise mit multiresistenten Staphylococus Aureus (MRSA), für Deutschland aus dem Jahr 1995. Demnach gebe es bis zu einer halben Million vermeidbare Infektionen und bis zu 20.000 vermeidbare Todesfälle.

Grund für Neuinfektionen im Krankenhaus seien nicht nur individuelle Fehler, sondern auch Unkenntnis und zunehmende Arbeitsverdichtung. „Wenn heutzutage eine Krankenschwester vier Patienten auf der Intensivstation betreuen muss, hat sie natürlich im Notfall keine Zeit, sich die Hände zu desinfizieren, wenn sie einen Patienten akut versorgen muss“, betonte Zastrow. 

Vom 18. bis 21. April findet in Berlin der 10. Internationale Kongress der DGKH statt. Die Veranstalter erwarten etwa 1.000 Teilnehmer, unter anderem aus Frankreich, Großbritannien, Dänemark und Spanien. Ziel des Kongresses ist es, Informationen aus den verschiedenen Ländern über die Regelungen zur Krankenhaushygiene zusammenführen. © fos/aerzteblatt.de

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promisit
am Dienstag, 20. April 2010, 09:50

Im Prinzip hat Herr Zastrow recht, aber..

1500 Fachärzte für die Kliniken der BRD würden hohe Kosten verursachen. Zudem gibt es sie definitiv nicht. Der Anreiz für Mediziner nach einer langen Aus- und Weiterbildung zum FA für Hygiene ist auch nicht besonders. Jeder langjährige OA verdient (siehe TV_Ä_MB) deutlich mehr. So wird der FA für Hygiene ein zahnloser sich selbst verwaltender Tiger sein, wenn er nicht in die Hierarchie der Kliniken mit klarer Weisungsbefugnis eingebunden ist. Glücklich wird dabei nur, wer in der Universität wissenschaftlich, gutachterlich und als Dozent tätig sein kann. Eine Verbesserung wäre durch stringente Kontrollen der Gesundheitsüberwachungsbehörden möglich. Die Strukturen dafür gibt es momentan nicht.
walter41
am Freitag, 16. April 2010, 18:48

infektionen

Es wird immer schwieriger werden mit zunehmender Zahl der Patienten und umgekert des Medizinpersonals.Ein Teufelskreis.Was machen?

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