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Keine Schlafstörungen durch Videospiele

Freitag, 16. April 2010

Adelaide – Der Schlafmangel vieler Jugendlicher lässt sich nicht einfach auf den Konsum von Videospielen zurückführen. In einer Studie im Journal of Clinical Sleep Medicine (2010; 6: 184-189) schliefen die Probanden nach einem Shooter-Spiel nicht schlechter als nach der Vorführung eines Naturfilms.

Eine regelmäßige Nachtruhe fiel vielen Jugendlichen bereits schwer, als es noch nicht die Versuchung der Computerspiele gab, von denen sich viele nur schwer losreißen können. Dass dies aber zu Schlafstörungen führt, konnte die Gruppe um Michael Gradisar von der Flinders Universität in Adelaide nicht bestätigen.

13 männliche Teenager vom Typ “Nachtwandler” durften sich im Schlaflabor an einem Abend über 50 Minuten lang in “Call of Duty 4: Modern Warfare” im Söldnerdienst gegen alle möglichen Angreifer bewähren, während sie sich an einem weiteren Abend eine Woche später den für Jugendliche nicht gerade spannenden Tierfilm “Die Reise der Pinguine” ansehen mussten. Natürlich fühlten sie sich nach dem Videospiel wacher, beim Film waren drei von elf Teilnehmer schon einmal eingenickt.

Doch als es dann schließlich ins Bett ging, brauchten die Jugendlichen nach beiden Freizeitaktivitäten ungefähr die gleiche Zeit um einzuschlafen. Trotz des Adrenalinkicks, den das Shooter-Spiel ausgelöst haben dürfte, waren sie nach etwa 7,5 Minuten eingeschlafen.

Auch in der Schlafarchitektur gab es keine Unterschiede, berichtet Gradisar. Seiner Ansicht nach ist es weiterhin nicht bewiesen, dass Computerspiele den Schlaf rauben. Er gesteht allerdings ein, dass eine 50-minütige Spielphase nicht die Wirklichkeit vieler Jugendlicher widerspiegelt.

Auch könnte das Spielen andere Folgen haben, wenn darüber die Leistungen in der Schule nachlassen oder Snacks eine ausgeglichene Energiebilanz verhindern. © rme/aerzteblatt.de

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Tempest2k
am Montag, 19. April 2010, 08:00

Das Wurzel allen Übels...

... sind definitiv nicht die Videospiele. Es ist immer wieder interessant wieviele Studien dahingehend laufen, nur um sich ständig gegenseitig zu widerlegen. Ich arbeite nun schon einige Jahre in der Psychiatrie und muß immer wieder den Kopf schütteln, wofür Videospiele alles herhalten müssen. Auf die Idee, daß viele Probleme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ganz anderen Ursprüngen beruhen, kommt anscheinend entweder niemand, oder es eben deutlich unangenehmer als einfach nur ein "neues" Medium vorzuschieben. Videospiele (ob mit oder ohne Gewaltinhalt) sind mittlerweile Alltag und sollten (auch wenn das vielen, gerade hier in Deutschland) als Kulturgut gesehen werden. In anderen Ländern ist dies schon lange passiert und der Umgang mit diesem Medium ist ein ganz anderes. Warum wird nicht hinter die Kulisse geschaut, soziale Faktoren beachtet und vor allem das Elternhaus, also die Bezugspersonen, genauer beleuchtet? Wundert es jemanden daß Kinder, wo Eltern diese mehr als Belastung, oder nettes Beiwerk betrachten, zu Außenseitern werden? Unter Symptomen wie Aggression, Depression (wo die Schlafstörung auch eine große Rolle spielt) und anderen aufgestauten Gefühlen leiden, wo ihnen keiner zeigt wie man damit umgeht? Warum lernen auch wir Ärzte/Psychologen nicht durch die Vergangenheit. Erst mußten die bösen Horrorfilme herhalten, dann die Heavy Metal Musik und jetzt sind es eben die Videogames.
Wieviel und was konsumiert wird von Jugendlichen, darauf sollten die Eltern schauen. Es ist nicht richtig, daß man einfach das verbietet und verteufelt, was man selbst nicht gut findet. Oder sollte man jegliche Filme, Bücher, Medien, wo Gewalt, oder mit Adrenalinkicks gearbeitet werden verboten werden? Ich denke, daß es sinnvoller wäre dieses Medium einfach zu integrieren als zu verteufeln.
Aber ich denke hier ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Medien als Übeltäter, für was auch immer, anzuprangern sollte langsam aber sicher der Vergangenheit angehören. Abgesehen davon, selbst wenn man es nicht schätzt, daß der Jugendliche mal einen Egoshooter spielt, es ist nunmal die Realität und aus dem heutigen Alltag nicht wegzudenken. In der heutigen Zeit, wo wir, wenn wir es wollen, aber auch alles zu sehen bekommen, ist ein Ausschluß einfach nicht mehr möglich.
Dies ist meine persönliche Meinung. Und falls Sie sich nun die Frage stellen, spielt er denn selbst? Dann beantworte ich dies mit einem herzhaften: Ja, natürlich. Hatte ich deswegen bis jetzt Schlafprobleme? Nein :)
Liebe Grüße.

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