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Bayer-Chef wirft Gesundheitsminister Rösler Planwirtschaft vor

Montag, 19. April 2010

Düsseldorf – Der Chef des größten deutschen Pharma-Herstellers Bayer, Werner Wenning, verurteilt die von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geplante Gesundheitsreform. Die Pläne gingen völlig an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei, sagte Wenning dem Magazin „Wirtschaftswoche“.

Der Bayer-Chef sagte: „Was diskutiert wird, ist das Gegenteil dessen, was im Koalitionsvertrag steht.“ Die Regierungsparteien hätten eine wettbewerbliche Neuordnung des Arzneimittelsektors und Abbau der Überregulierung vereinbart.

„Stattdessen verzettelt sich der Minister nun mit kurzfristigen dirigistischen Maßnahmen und droht mit einer Art Planwirtschaft“, kritisierte Wenning. Die Reformpläne gingen zulasten der Patienten, weil sie die Innovationskraft der Branche schwächten.

Insbesondere wandte er sich gegen die geplante Erhöhung des Zwangsrabattes, den die Hersteller an die Krankenkassen zahlen müssen, sowie gegen ein Preismoratorium, nachdem die Arzneimittelpreise auf dem Stand vom 1. August 2009 eingefroren werden sollen.

Ebenso kritisierte Wenning, dass die Unternehmen künftig mit dem Spitzenverband der Krankenkassen über Medikamentenpreise verhandeln sollen. „Dem Hersteller steht dann der Verband als Monopolist gegenüber“, sagte er.

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Zu Kritik an den hohen Medikamentenpreisen in Deutschland sagte der Bayer-Chef: „Die Preise für neue patentgeschützte Medikamente sind in den vergangenen beiden Jahren jeweils moderat um gut zwei Prozent gestiegen.“ Die forschenden Pharma-Unternehmen sollten nicht einseitig als Kostenverursacher gebrandmarkt, sondern ermutigt werden, weitere Medikamente gegen schwere Krankheiten zu entwickeln. © ddp/aerzteblatt.de

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