Politik

Kirchen mahnen gerechtes Gesundheitswesen an

Montag, 19. April 2010

Frankfurt – Für ein gerechteres Gesundheitswesen setzen sich die beiden großen Kirchen in Deutschland mit ihrer aktuellen bundesweiten „Woche für das Leben“ ein. Sie steht unter dem Motto „Gesunde Verhältnisse“ und wurde am Samstag mit einem ökumenischen Gottesdienst im Frankfurter Kaiserdom eröffnet. Die diesjährige „Woche für das Leben“ ist die 20. Mit einer Vielzahl an Veranstaltungen stellt sie die Frage nach einer gerechten Verteilung der Mittel im Gesundheitsbereich.

Dem Eröffnungsgottesdienst standen der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehörende badische Landesbischof Ulrich Fischer vor. In einer Pressekonferenz riefen sie dazu auf, die solidarischen Grundlagen der Gesundheitsversorgung zu erhalten; zugleich mahnten sie mehr Eigenverantwortung an. Skeptisch äußerten sie sich hinsichtlich einer sogenannten Kopfpauschale.

Würde die wachsende soziale Ungleichheit auch auf das Gesundheitswesen durchschlagen, gäbe es in Deutschland keine „gesunden Verhältnisse“ mehr, sagte Fischer. Er betonte, der zuverlässige Zugang zu notwendigen Gesundheitsleistungen dürfe nicht von der finanziellen Leistungsfähigkeit Einzelner abhängig sein, sondern müsse allen offen stehen.

Zollitsch wies darauf hin, dass die gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen als Solidarsysteme nach dem Prinzip aufgebaut seien, dass die Gesunden die Kranken und die Starken die Schwachen trügen.

Beide Bischöfe hoben aber auch hervor, die Solidarsysteme setzten voraus, dass jeder nach Möglichkeit für sich selbst sorge. Eigenverantwortung und Solidarität gehörten zusammen, so Fischer.

Wenn man die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems nicht preisgeben wolle, müsse die Verantwortungsbereitschaft aller gestärkt werden. Zollitsch betonte, die Solidargemeinschaft müsse dort einspringen, wo die Möglichkeiten des Einzelnen überfordert seien - „und nur dort“. Selbstsorge werde unverzichtbar bleiben. © kna/aerzteblatt.de

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