Nottingham – Erziehungswissenschaftler raten Eltern mit Kindern, die an der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (AHDS) leiden, zur Konsequenz: Positives Verhalten sollte sofort belohnt, negatives Verhalten sofort sanktioniert werden. Neurologen zeigen in Biological Psychiatry (2010; 67: 624-631), dass dieses Konzept im Gehirn die gleiche Auswirkung hat wie eine Therapie mit Methylphenidat (Ritalin®).
In der “Motivation, Inhibition and Development in ADHD Study” (MIDAS) erforschen der Psychiater Chris Hollis von der Universität Nottingham und Mitarbeiter, was im Gehirn von Kindern mit AHDS vor sich geht. Es gibt zwei Teilstudien: In der ersten vergleichen die Forscher das Elektroenzephalogramm (EEG) der Patienten mit dem von gesunden Kindern, in der zweiten wird die Hirnaktivität mittels der funktionellen Kernspintomographie untersucht.
Die Ergebnisse zur EEG-Teilstudie liegen jetzt vor. Untersucht wurden 28 Patienten im Alter von neun bis 15 Jahren und eine gleich große Gruppe von gesunden Kindern. Alle trugen Elektroden zur Ableitung des EEGs, während sie ein einfaches Computerspiel absolvierten.
Dabei erschienen auf dem Bildschirm in zufälliger Folge grüne und schwarze Aliens. Die Aufgabe bestand darin, bei Erscheinen eines grünen Aliens möglichst schnell auf einen Knopf zu drücken, dies beim selteneren Erscheinen eines schwarzen Aliens aber zu vermeiden. Für ihre Entscheidung wurde den Kindern nur eine kurze Reaktionszeit eingeräumt.
Kinder mit AHDS sind in dem Test häufig unkonzentriert und impulsiv. Sie machen viele Flüchtigkeitsfehler. Nach der Therapie mit Methylphenidat verbessert sich die Leistung. Der gleiche Effekt wurde, wenn auch in schwächerer Form erzielt, wenn die Kinder Belohnungen erhielten.
Diese bestand darin, dass sie fünf statt einen Punkt erhielten, wenn sie beim grünen Alien geklickt hatten (positive Belohnung). Möglich waren auch fünf statt einem Minuspunkt beim versehentlichen Anklicken des schwarzen Aliens (negative Belohnung).
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