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Medizin

Lungenkrebs: Erste Erfolge einer personalisierten Therapie

Montag, 19. April 2010

Houston – Der Nachweis bestimmter Biomarker in der Biopsie erlaubt beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) eine gezielte Therapie. Sie könnte nach den Ergebnissen einer auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) vorgestellten Studie die Prognose der Patienten verbessern.

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Wie bei anderen Krebserkrankungen werden beim NSCLC Wirkstoffe eingesetzt, die externe Wachstumsimpulse auf die Tumorzelle verhindern sollen. Dies wird beispielsweise von den Kinaseinhibitoren Erlotinib, Sorafenib und Vandetanib erreicht. In Deutschland ist nur der erste zur Behandlung des NSCLC zugelassen.

Die Wirkstoffe haben unterschiedliche Angriffspunkte an der Tumorzelle, weshalb in den “Biomarker-integrated Approaches of Targeted Therapy for Lung Cancer Elimination” oder BATTLE-Studien derzeit untersucht wird, ob die Expression der Biomarker im Primärtumor das Ansprechen beeinflusst.

In einer Phase-II-Studie wurden 255 Patienten, bei denen frühere Chemotherapie versagt hatten, auf vier Therapie-Arme randomisiert. In drei Gruppen erhielten die Patienten eine Monotherapie mit Erlotinib, Sorafenib oder Vandetanib, in der vierten Gruppe wurde Erlotinib mit Bexaroten (einem Retinoid, in Deutschland zur Therapie des T-Zell-Lymphoms zugelassen) kombiniert. In der ersten Phase der Studie wurden die Patienten nach dem Zufallsprinzip auf die vier Arme verteilt, später basierte die Zuordnung auf den Ergebnissen der Biopsien zu 11 Biomarkern.

Die von Edward Kim vom M. D. Anderson Krebszentrum in Houston vorgestellten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Biomarker tatsächlich das Ansprechen der Therapie beeinflussen. So erreichten 61 Prozent der Patienten mit KRAS-Mutationen den Endpunkt „Tumorkontrolle nach 8 Wochen“, wenn sie mit Sorafenib behandelt wurden gegenüber nur 32 Prozent in den anderen drei Therapiearmen.

Erlotinib wirkte am besten, wenn EGFR-Mutationen vorlagen. Auf Vandetanib sprechen am ehesten Tumoren an, die VEGFR-2 exprimieren. Die Erlotinib-Bexaroten-Kombination könnte bei Tumoren mit Defekten im Cyclin D1-Protein am besten wirken.

Auch wenn das Ansprechen nach 8 Wochen beim chemoresistenten NSCLC erste Hinweise auf die Prognose liefert, wird man – auch im Hinblick auf die Kosten und Risiken der Diagnostik (Pneumothorax bei 11 Prozent) – den Wert einer personifizierten Therapie wohl erst beurteilen können, wenn Ergebnisse zum Gesamtüberleben der Patienten vorliegen. © rme/aerzteblatt.de

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Silke Zaun
am Freitag, 23. April 2010, 11:40

Lungenkrebs: Erste Erfolge einer personalisierten Therapie

Sehrgeehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie im Zusammenhang mit der BATTLE-Studie darauf hinweisen, dass seit Juni 2009 Geftinib (IRESSA) in Deutschland zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC zugelassen ist, wenn eine aktivierende EGFR-Mutation im Tumorgewebe nachgewiesen werden konnte. Die Zulassung besteht unabhängig von der Therapielinie und ermöglicht damit ausgewählten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC hierzulande bereits seit dem letzten Jahr eine personalisierte Therapie. Die Therapie mit Gefitinib zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC (St. IIIB/IV) und aktivierenden EGFR-Mutationen wird auch in der aktuellen S3-Leitlinie zum NSCLC empfohlen (Vgl. Pneumologie 2010, S23-S156, Thieme-Verlag).

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Silke Zaun
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