Providence – US-Ingenieure haben einen Übungsroboter für Schlaganfall-Patienten entwickelt. In einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal Of Medicine (2010; doi: 10.1056/NEJMoa0911341) war er in der Spät-Reha genauso erfolgreich wie eine intensive Ergotherapie.
Mehr als zwei Jahrzehnte hat die Gruppe um Hermano Igo Krebs vom Massachusetts Institute of Technology in Boston an dem Übungsroboter “MIT-Manus” getüftelt. Dem Gerät ist dies nicht unbedingt anzusehen: Es besteht aus einer Schiene, auf welcher der Unterarm fixiert wird. Sie unterstützt die Armbewegungen des Patienten, der mit der freien Hand einen sogenannten Joystick umfasst.
Mit ihm bewegt der Patient einen Cursor auf dem Bildschirm. Seine Aufgabe besteht darin, in einem elementaren Computerspiel bestimmte Zielpunkte zu erreichen, wodurch die für die Reha sinnvollen Armbewegungen geübt werden.
Der Roboter verfügt über vier Module: Trainiert werden horizontale Bewegungen im Schulter-Ellbogen-Bereich, vertikale Bewegungen mit Überwindung der Schwerkraft, Bewegungen im Handgelenk (Flexion/Extention, Abduktion/Adduktion und Pronation/Supination) oder Greifbewegungen der Hand.
Die Übungen dürften den Teilnehmern der Studie, die an einer Veteranenklinik in Providence/Rhode Island durchgeführt wurde, nicht leicht gefallen sein, denn ihr Schlaganfall lag im Mittel 3,5 Jahre zurück, zu lange, um nach Ansicht vieler Experten noch große Erfolge einer Reha-Therapie zu erwarten. Diese sollte nach Möglichkeit in den ersten 6 Monaten nach dem Schlaganfall erfolgen, weil dann die Plastizität des Gehirns am größten ist.
Doch das Training mit “MIT-Manus” zeigte trotz der ungünstigen Voraussetzungen eine Wirkung: Bei den 49 Schlaganfallpatienten, die über 12 Wochen dreimal wöchentlich eine Stunde trainierten, kam es zu Verbesserungen im Fugl-Meyer-Test, der die sensomotorischen Fähigkeiten von hemiparetischen Patienten misst.
Die Ergebnisse waren signifikant besser als in einer Vergleichsgruppe von 28 Patienten, die keine spezielle Reha-Behandlung erhielten. Und sie konnten sich mit den Ergebnissen einer intensiven Ergotherapie messen. Hier widmete sich ein Mensch den Patienten, während in der anderen Gruppe am Roboter trainiert wurde.
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