Berlin – Einen direkten Zusammenhang zwischen Nachtfluglärm und Herz-Kreislauf- sowie psychischen Erkrankungen hat der Epidemiologe und Fluglärm-Mediziner Eberhard Greiser nachgewiesen.
In punkto Depressionen reagieren besonders Männer mittleren Alters stark: Ab einem nächtlichen Dauerlärmpegel von über 55 Dezibel steigt das Risiko von Männern zwischen 40 und 50 Jahren, an einer Depression zu erkranken, um etwa 100 Prozent. Für Frauen aus derselben Gruppe stellte Greiser einen Risiko-Anstieg von etwa 50 Prozent fest.
Die im Auftrag des Umweltbundesamts erstellte Studie untersuchte die Häufigkeit von Diagnosen und verabreichten Medikamenten in Wohngebieten mit und ohne Fluglärm. Besonders der Nachtflugverkehr mache den Flughafen-Anwohnern im Raum Köln/Bonn zu schaffen. "Frachtflugzeuge fliegen den Flughafen zwischen 23 Uhr und ein Uhr an und verlassen ihn zwischen drei und fünf Uhr früh", sagte Greiser.
Störungen des Schlafs in der Phase am frühen Morgen wirkten sich dabei besonders schädigend aus, weil sich der Mensch im Übergang von der Tiefschlaf- in die Traumphase befände. Wegen des abrupten Anstiegs des Schallpegels werde Fluglärm als besonders belästigend empfunden. Danach folge Straßenlärm, an dritter Stelle Lärm durch Züge.
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