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EGCG in grünem Tee macht giftige Plaques bei Alzheimer unschädlich

Mittwoch, 21. April 2010

Berlin - Die Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) in grünem Tee kann giftige Eiweißablagerungen, wie sie bei der Alzheimerschen Erkrankung auftreten, unschädlich machen. Diese Erkenntnisse gewannen Forscher um Jan Bieschke vom Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift PNAS (doi: 10.1073/pnas.0910723107).

Die Forscher fanden heraus, dass die gefährlichen Eiweißablagerungen in einem mehrstufigen Vorgang durch Proteinfehlfaltung entstehen. Sie sind für die Nervenzellen giftig und initiieren deren Untergang. Proteinfehlfaltung gilt als Ursache für Morbus Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington.

In ihren Versuchen hatten die Wissenschaftler toxische Eiweißablagerungen in Zellen eingebracht, die ein Modell für molekulare Prozesse der Alzheimerschen Erkrankung bilden. Die Zellen zeigten daraufhin einen geringeren Stoffwechsel, außerdem war ihre Zellhülle weniger stabil, beides Anzeichen für eine Schädigung durch die Plaques. Diese Effekte verschwanden nach Behandlung mit EGCG und die Zellen konnten die toxischen Eiweißablagerungen abbauen.

Im Einzelnen zeigte sich, dass die Substanz EGCG zunächst an die giftigen, faserigen Eiweißablagerungen bindet und diese dann in harmlose kugelige Eiweißaggregate umwandelt. Diese können die Nervenzellen abbauen.

Das Besondere bei der Inaktivierung sei, dass die giftigen Eiweißablagerungen nicht aufgelöst, sondern durch EGCG direkt in ungiftige Ablagerungen umgewandelt würden, so die Forscher. Damit können während des Prozesses keine kleineren Bruchstücke der Eiweißablagerungen entstehen. Diese stehen im Verdacht, besonders giftig für Nervenzellen zu sein. © hil/aerzteblatt.de

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