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Kind mit hohem Fieber: Computerprogramm verbessert Diagnostik

Mittwoch, 21. April 2010

Sydney – Ein von australischen Forschern entwickeltes Computerprogramm könnte es Kinderärzten in der Notaufnahme erleichtern, unter hochfiebrigen Patienten jene herauszufiltern, die aufgrund eines schweren bakteriellen Infekts sofort mit Antibiotika behandelt werden müssen. In einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c1594) war das Programm der klinischen Intuition der Ärzte überlegen.

Febrile Infekte sind bei Kindern häufig. In den wenigsten Fällen ist eine Antibiotikabehandlung notwendig. Ein eindeutiges Entscheidungskriterium steht den Ärzten nicht zur Verfügung, da die bakteriologischen Befunde frühestens nach ein bis zwei Tagen vorliegen. Im schlimmsten Fall ist das Kind dann bereits verstorben.

Ärzte sind bei der Entscheidung auf andere Befunde angewiesen. Sie sammeln Informationen über den Allgemeinzustand, zu den Symptomen, den Krankheitszeichen, Alter und Impfstatus und treffen dann meist „intuitiv“ eine Entscheidung.

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Die Public-Health Forscherin Gabrielle Williams von der Universität Sydney hat die Daten des Children's Hospital in Westmead (westlich von Sydney) ausgewertet, die innerhalb von 2 Jahren fast 15.000 Kinder mit fiebrigen Erkrankungen (38°C oder mehr) betreuten.

Fast immer (>94 Prozent) führten die Ärzte alle notwendigen Tests wie Urinkultur, Röntgenthorax oder Blutkultur durch, doch die drei wesentlichen bakteriellen Erkrankungen (Harnwegsinfektionen, Pneumonie, Bakteriämie), die bei 7,2 Prozent der Kinder vorlagen, wurden nicht immer gleich erkannt.

Antibiotika wurden 66 Prozent der Kinder mit Harnwegsinfektionen, 69 Prozent der Kinder mit Pneumonie und 81 Prozent der Kinder mit Bakteriämie verordnet. Fälschlicherweise erhielt aber auch jedes fünfte Kind ohne diese bakteriellen Infektionen Antibiotika verschrieben. Da diese Fälle in der Mehrheit waren, war nur etwa jede vierte Antibiotikaverordnung gerechtfertigt.

Williams glaubt, dass die Leistung der Ärzte durch ein Computerprogramm verbessert werden könnte, das 26 verschiedene Hinweise verwendet. Diese Modelle wurden in einer zweiten Kohorte von 5.584 Kindern untersucht.

Tatsächlich zeigen die “Receiver Operating Characteristic” oder ROC-Kurven der Publikation, dass die Expertensysteme alle drei bakteriellen Infektionen besser erkannt hätten als die Ärzte. Besonders deutlich waren die Unterschiede bei der Bakteriämie, die relativ selten ist, für das Kind aber die gefährlichste der drei Infektionen ist. © rme/aerzteblatt.de

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Thelber
am Donnerstag, 22. April 2010, 11:09

Also bitte ....

Her mit dem Programm !!

Programm + ärztliche Erfahrung kann den Score vermutlich noch etwas verbessern.

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