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Hirnjogging in Studie ohne Wirkung

Mittwoch, 21. April 2010

Cambridge – Eine steigende Zahl von kleinen Programmen für Computer, Spielekonsole oder Handy gibt vor, die Intelligenz zu fördern. Dem widersprechen die Ergebnisse eines Massentests, den die BBC mit Hirnforschern veranstaltete. Nach der Publikation in Nature (2010; doi: 10.1038/nature09042) hatten die Spiele keinen Einfluss auf die Intelligenz.

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Die Wissenschaftssendung „Bang Goes the Theory“ auf BBC One hatte eingeladen und 11.430 Briten hatten sich zum „Brain Test Britain“ angemeldet. Auf einer eigens zu diesem Zweck eingerichteten Internetseite (“LabUK”) trainierten sie sechs Wochen lang wenigstens dreimal die Woche zehn Minuten am Computer ihr Gehirn.

Die Teilnehmer waren drei Gruppen zugeordnet worden. In der ersten wurde logisches Denken und Problemlösung geübt, in der zweiten lag der Schwerpunkt auf Kurzzeitgedächtnis und Aufmerksamkeit, während die Teilnehmer in Gruppe drei im Internet nach Antworten auf bestimmte Fragen suchten. Das war die Kontrollgruppe, denn “googeln” kann nach Ansicht der Forscher das Bildungsniveau erhöhen, nicht aber die Intelligenz verbessern.

Es überrascht nicht, dass die Teilnehmer ihre Fähigkeiten in den Tests, denen sie zugeordnet waren, verbesserten. Doch wenn die Tests die Intelligenz allgemein fördern, müssten sich am Ende auch die Ergebnisse in den nicht trainierten Disziplinen verbessern, was allerdings nicht der Fall war.

Adrian Owen von der “Cognition and Brain Sciences Unit” des britischen Medical Research Council in Cambridge, der das Projekt wissenschaftlich begleitete, kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Wirkung des Hirnjoggings weiterhin unbewiesen ist.

Es gibt aber auch Forscher, die eine Wirkung nachgewiesen haben wollen. So stellte Torkel Klingberg vom Stockholm Brain Institute des Karolinska Instituts im letzten Jahr die Ergebnisse einer Studie an Vorschulkindern vor.

Auch hier waren die Ergebnisse nicht durchschlagend. Das Training des Kurzzeitgedächtnisses besserte aber nicht trainierte Fähigkeiten des räumlichen Vorstellungsvermögens und des verbalen Gedächtnisses (Developmental Science 2009; 12: 106-113). Der Forscher hat inzwischen eine Firma gegründet, die wissenschaftlich fundierte Trainingsprogramme entwickeln will. Für die Fülle der kleinen Programme für Computer, Spielekonsole oder Handy dürfte es indes keine evidenzbasierten Daten geben. © rme/aerzteblatt.de

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