Aurora – Die sogenannte Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) ist eine Autoimmunerkrankung. Dies bestätigen die Ergebnisse einer genomweiten Assoziationsstudie im New England Journal of Medicine 2010; doi: 10.1056/NEJMoa0908547). Sie fand zehn Genvarianten, darunter eine im Tyrosinase-Gen, die vor der Entwicklung eines malignen Melanoms schützen könnte.
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Zunächst einmal endete die bisher größte Studie, die jemals zur Vitiligo durchgeführt wurde, mit einer Enttäuschung. Die insgesamt 10 von 579.000 Genvarianten (SNP), die bei den 1.514 untersuchten Patienten häufiger auftraten als bei den 2.813 Kontrollen, erklären nur 7,4 Prozent des genetischen Risikos der Erkrankung, wie die Gruppe um Richard Spritz von der Universität von Colorado in Aurora mitteilt. Dennoch liefert die Studie wichtige Erkenntnisse.
Zum einen befanden sich sieben der zehn SNP in Genen, die in früheren Untersuchungen mit Autoimmunerkrankungen assoziiert waren. Dass die Vitiligo zu dieser Gruppe gehört, wird seit langem vermutet, da sie häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen vergesellschaftet ist.
Auslöser bei der Vitiligo ist eine Attacke des Immunsystems auf die Melanozyten. Dazu passt, dass eine der zehn SNP sich in dem Gen für das Enzym Tyrosinase befindet, das an der Synthese des Pigments Melanins beteiligt ist. Spritz sieht hier eine Parallele zum Typ-1-Diabetes mellitus, wo Varianten im Insulin-Gen mit dem Erkrankungsrisiko assoziiert waren.
Eine andere interessante Beziehung besteht zum Melanom. Die Vitiligo ist mit zwei Major-Allelen im Tyrosinase-Gen assoziiert, während das maligne Melanom in anderen Studien mit zwei Minor-Allelen am gleichen Ort assoziiert war.
Das Major-Allel könnte dazu führen, dass die Zellen eher von Immunzellen aufgespürt werden, während das Minor-Allel häufiger übersehen wird, was beide Erkrankungen mit Fehlern der Immunabwehr in Verbindung bringt, einmal als Überreaktion, das andere Mal als Lücke in der natürlichen Tumorabwehr.
Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Menschen mit Vitiligo sich ungehindert der Sonne aussetzen dürfen, was diese auch wissen. Denn das Fehlen von Melanin macht sie an den betroffenen Stellen anfälliger gegenüber Lichtschäden und nicht melanotischen Hauttumoren.
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