Rockville – Das Thyreostatikum Propylthiouracil kann in seltenen Fällen ein Leberversagen auslösen. Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA rät den Ärzten deshalb, nach Möglichkeit auf andere Wirkstoffe auszuweichen.
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Propylthiouracil wird seit 1947 zur Behandlung des Morbus Basedow und anderer Hyperthyreosen eingesetzt. Eine weitere Indikation ist die Vorbereitung zur Operation oder der Radiojod-Therapie. Leichte Funktionsstörungen sind eine bekannte Komplikation, und die Kontrolle der Transaminasen und cholestaseanzeigenden Enzyme gehört zum Monitoring der Patienten.
Die Funktionsstörungen bilden sich in den meisten Fällen zurück, doch in Einzelfällen kann es zu schweren Verlaufsformen mit einem Leberversagen kommen. Der FDA sind seit 1969, als das „Adverse Events Reporting System“ eingeführt wurde, bis Juni 2009 insgesamt 34 Fälle einer schweren Leberschädigung gemeldet worden, von denen 13 tödlich endeten. Sieben weitere Patienten erhielten eine Lebertransplantation.
11 der 23 Zwischenfälle traten bei Kindern auf. Hier sollte das Medikament künftig nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt werden, heißt es in einer Sicherheitsinformation der FDA. Auch bei Erwachsenen sollten die Ärzte Methimazol bevorzugen (oder eine Radiojod-Therapie oder eine Operation durchführen).
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