Cochleaimplantat: Bessere Ergebnisse bei früher Versorgung
Donnerstag, 22. April 2010
Baltimore – Der Erfolg eines Cochleaimplantats bei Gehörlosen hängt vom Alter des Kindes bei der Implantation ab. Sprachverständnis und Sprechkompetenz entwickelten sich in einer prospektiven Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt zufolge (JAMA 2010; 303: 1498-1506) am besten, wenn die Kinder vor dem 18. Lebensmonat operiert wurden.
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Viele Kinder mit angeborener Gehörlosigkeit werden heute mit einem Cochleaimplantat versorgt. Es besteht aus einem Mikrofon und einem digitalen Sprachprozessor, der die akustischen Signale in elektrische Impulse umsetzt, die über das eigentliche Cochleaimplantat an jene Stelle der Gehörschnecke abgegeben wird, die auch durch den natürlichen Schall erregt würde.
Die dadurch ausgelöste Hörerfahrung hilft Kindern beim Erwerb der Sprache, der wesentlich auf die Rückmeldung durch das Hören angewiesen ist. Gehörlose Kinder mit Cochleaimplantat lernen deshalb schneller sprechen. Das Fenster für einen normalen Spracherwerb beginnt sich allerdings früh zu schließen, schreibt John Niparko von den Johns Hopkins Medical Institutions in Baltimore, der die Ergebnisse der Childhood Development after Cochlear Implantation ausgewertet hat.
In dieser Studie wurde die Sprachentwicklung von 188 Kindern mit schwerer Schallempfindungsschwerhörigkeit, die vor dem 5. Lebensjahr ein Cochleaimplantat erhalten hatten, und von Kindern ohne Hörstörungen verglichen.
Zunächst einmal beschleunigte das Cochleaimplantat den Spracherwerb bei allen Kindern. Wie schnell sie bestimmte Ziele in der Sprachentwicklung erreichten, hing aber sehr stark vom Alter während der Implantation ab.
Einen Meilenstein des Sprachverständnisses, den normale Kinder im Alter von 27 Monaten erreichen, können Gehörlose mit einer Implantation vor dem 18. Monat bereits im Alter von 3 Jahren erzielen. Erfolgt die Implantation erst nach dem 3. Lebensjahr, bleiben die Kinder um weitere 18 Monate in der Entwicklung zurück.
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