Privatkassen fordern Gleichbehandlung bei Pharma-Sparpaket
Montag, 26. April 2010
Hamburg – Die Privaten Krankenversicherer (PKV) befürchten, durch die Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bei den Arzneimittelkosten ins Hintertreffen zu geraten. Der Chef des PKV-Spitzenverbands, Volker Leienbach, fordert nun, der bislang nur für die gesetzlichen Kassen geplante Preisstopp müsse auch für die Privatkassen gelten. „Es wäre absurd, wenn Kranke für dasselbe Medikament unterschiedlich viel zahlen müssten“, sagte Leienbach dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Röslers Pharma-Sparpaket sieht vor, den Arzneimittelherstellern per Gesetz einen Zwangsrabatt zu verordnen und zudem ein Preismoratorium zu verhängen, das rückwirkend zum 1. August 2009 gelten soll. Dadurch soll die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mehr als eine Milliarde Euro jährlich sparen.
Leienbach lehnt es ab, dass „der Staat einseitig nur für die gesetzlichen Krankenkassen die Preise senkt“. Bei der GKV sind die Kosten für Arznei- und Verbandsmittel von 1998 bis 2008 pro Versicherten den Angaben zufolge um 68 Prozent gestiegen, bei der PKV waren es sogar 86 Prozent. Leienbach befürchtet, „dass sich diese Dynamik in der PKV künftig noch verschärfen wird, falls Rösler nicht auch die Privaten einbezieht“. Rund neun Millionen Menschen sind in Deutschland privat versichert.
© ddp/aerzteblatt.de
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