Frühe Anzeichen der schweren akuten Pankreatitis identifiziert
Montag, 26. April 2010
Kaunas – Die Serum-Konzentration von Interleukin-6 und dem sogenannten Makrophagen-Inhibitionsfaktor sind Anzeichen für eine akute, schwere, nekrotisierende Pankreatitis. Zu diesen Erkenntnissen gelangten Forscher um Zilvinas Dambrauskas von der medizinischen Universität in Kaunas. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift World Journal of Gastroenterology (doi: 10.3748/wjg.v16.i15.1845).
Die Sterblichkeit von Patienten mit schwerer akuter Pankreatitis liegt bei etwa 30-40 Prozent. Übermäßige Leukozyten-Aktivierung mit Zytokinen spielt eine wichtige Rolle bei der Pathogenese der Pankreatitis. Bisher gab es die Hypothese, dass die tödliche Pankreatitis eine Folge der übermäßigen Stimulierung von Phagozyten und Leukozyten sei, hervorgerufen durch eine Deregulierung der Lymphozyten-Aktivierung.
Die Forscher konnten nun bestätigen, dass die menschliche akute, schwere, nekrotisierende Pankreatitis durch einen bedeutenden Abbau von zirkulierenden Lymphozyten charakterisiert ist.
Die Deregulierung der Lymphozyten ist ein Schlüsselereignis, das zu dieser Form der Pankreatitis führt. Die Infiltration von peripheren Organen durch aktivierte Entzündungszellen wiederum setzt das Multiorganversagen in Gang.
Die Studie demonstriert außerdem, dass die Konzentrationen von Serum Interleukin-6 und von dem Makrophagen-Inhibitionsfaktor die besten Anzeichen für eine schwere und nekrotisierende Pankreatitis sind. Diese Zytokine könnten lokal als frühe Anzeichen und auch später im Laufe der Krankheit als diagnostisches Mittel verwendet werden, so die Wissenschaftler.
© hil/aerzteblatt.de
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