Oxford/Chapel Hill/Reykjavik – Der Griff zur ersten Zigarette, die Sucht und die späteren Probleme mit der Abstinenz sind, wenigstens teilweise genetisch bedingt. Für einen Gentest ist der Einfluss der in Nature Genetics vorgestellten Genvarianten allerdings viel zu gering.
Die Suche nach den genetischen Determinanten der Nikotinabhängigkeit sind nicht neu. Vor zwei Jahren waren Forscher von deCODE in Reykjavik auf eine Genvariante (SNP, Single Nucleotide Polymorphism) auf dem Chromosom 15q25 gestoßen, die mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten ihrer Genträger assoziiert war (Nature 2008; 452: 638-642).
Clyde Francks von der Universität Oxford kann die Ergebnisse jetzt bestätigten. Beim Vergleich der Gendaten von 41.150 Teilnehmern der Oxford-GlaxoSmithKline Studie stieß sie am Genort 15q25 auf zwei SNP, die die Zahl gerauchten Zigaretten beeinflussten (Nature Genetics 2010; doi: 10.1038/ng.572).
Das Tobacco and Genetics Consortium um Helena Furberg von der Universität von North Carolina in Chapel Hill bestätigte in einer Kohorte von 74.053 Probanden ebenfalls die Bedeutung des Genorts 15q25 und beschreibt darüber hinaus zwei weitere auf den Chromosomen 10q25 und 9q13 lokalisierte SNP (Nature Genetics 2010; doi: 10.1038/ng.571).
Schließlich meldet auch Kari Stefansson von deCODE Funde auf den Chromosomen 8p11 und 19q13 an. deCODE, die noch immer auf der Suche nach wirtschaftlich einträglichen Gentests ist, hat ausgerechnet, dass die beiden Gene den Mehrkonsum von einer halben Zigarette pro Tag erklären, sicherlich zu wenig für einen kommerziell erfolgreichen Gentest.
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