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Neoadjuvante Therapie: Option bei nicht operablen Pankreaskarzinomen

Donnerstag, 29. April 2010

München – Patienten, deren Pankreaskarzinom aufgrund seiner Größe zunächst nicht operabel ist, profitieren häufig von einer neoadjuvanten Therapie. Werden sie erst nach Chemotherapie oder Strahlentherapie operiert, ist ihre Überlebensrate ähnlich hoch wie die von Patienten, die sofort operiert werden können.

Diese Erkenntnisse gewannen Wissenschaftler um Jörg Kleeff von dem Klinikum rechts der Isar der TU München. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift PLoS Medicine (doi:10.1371/journal.pmed.1000267).

Das Pankreaskarzinom ist eine Krebserkrankung mit einer hohen Mortalitätsrate. Die Überlebensprognose liegt bei durchschnittlich fünf bis acht Monaten. Die bisher einzige wirksame Therapieoption ist die chirurgische Entfernung des Tumors.

Doch da die Erkrankung in frühen Stadien kaum Symptome verursacht, ist der Tumor bei der Diagnose häufig schon zu weit fortgeschritten, um ihn operativ zu entfernen. Er kann zunächst nur bei etwa 10 bis 20 Prozent aller erkrankten Patienten operativ behandelt werden.

Die Wissenschaftler analysierten systematisch Studien, die sich mit den Auswirkungen neoadjuvanter Therapien unter anderem auf Tumorwachstum, Resektion und Überlebensrate beim Pankreaskarzinom beschäftigten. Sie bezogen in ihre Untersuchungen rund 4.400 Patienten ein.

Das Ergebnis zeigte: Patienten mit inoperablen Pankreaskarzinomen profitierten von Chemotherapie und Bestrahlung, ihre Krebszellen wurden teilweise vernichtet und der Tumor verkleinert. Etwa ein Drittel dieser Patienten konnte daraufhin operiert werden. Ihre durchschnittliche Überlebensrate war ähnlich hoch wie die der sofort operierten Patienten.

Kleeff sagte: „Das zeigt ganz klar, dass Patienten, deren Pankreaskarzinom bereits lokal fortgeschritten und initial nicht operabel ist, auf jeden Fall eine neoadjuvante Behandlung erhalten sollten. Bei einer erneuten Überprüfung kann der Arzt danach in vielen Fällen doch zu einer Operation raten.“ © hil/aerzteblatt.de

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