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Diabetes: Ranibizumab bessert Makulaödem

Donnerstag, 29. April 2010

Baltimore – Der monoklonale Antikörper Ranibizumab, der den Gefäßwachstumsfaktor VEGF-A ausschaltet, hat in einer randomisierten klinischen Studie in (Ophthalmology 2010; doi: 10.1016/j.ophtha.2010.02.031) die Sehfähigkeit von Diabetikern mit Makulaödem deutlich verbessert.

Das Makulaödem ist eine mögliche Folge der diabetischen Retinopathie und nicht selten der Auslöser für eine Erblindung, da die zentrale Sehstörung mit dem Verlust des Lesens und anderer wichtiger Fähigkeiten (etwa der Teilnahme am Straßenverkehr) verbunden ist.

Die Standardtherapie besteht in einer fokalen Laserkoagulation als einem Versuch, die für das Ödem verantwortlichen undichten Gefäßneubildungen zu vernarben. Eine andere Möglichkeit könnte die intraokulare Injektion von Ranibizumab sein.

Der Wirkstoff verhindert die Neubildung pathologischer retinaler Gefäße. Er ist bereits zur Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zugelassen, bei der ebenfalls der Ausfall im Bereich des scharfen Sehens die Erblindung auslöst. Ranibizumab wird bereits “off-label” bei der diabetischen Retinopathie eingesetzt.

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Die jetzt vorliegenden Ergebnisse der National Eye Institute-Studie bestätigen die guten Erfahrungen der Augenärzte. An der Studie hatten 691 Patienten mit Typ-1 oder Typ-2-Diabetes teilgenommen, bei denen die Sehstärke auf 20/32 bis 20/320 abgefallen war.

854 Augen waren auf vier unterschiedliche Behandlungsstrategien randomisiert worden: Scheininjektonen plus sofortige Lasertherapie (innerhalb einer Woche); Ranibizumab-Injektionen plus sofortige Lasertherapie; Ranibizumab plus spätere Lasertherapie (nach 6 Monaten oder später); oder Triamcinolon-Injektionen plus sofortige Lasertherapie.

Die besten Ergebnisse wurden nach den Ranibizumab-Injektionen erzielt, wobei es keinen Unterschied machte, ob sich die Lasertherapie sofort anschloss oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde.

Bei fast 50 Prozent der Augen kam es zu einer substanziellen Steigerung der Sehschärfe, berichten Neil Bressler von der Johns Hopkins Universität in Baltimore und Mitarbeiter: Die Patienten verbesserten sich im Sehtest um wenigstens zwei Linien auf der Sehtafel. Die Buchstaben, die sie noch entziffern konnten, waren um mindestens ein Drittel kleiner als vor der Behandlung.

Andere Patienten konnten ihren Zustand von vor der Behandlung halten. Zu einer Verschlechterung um 2 oder mehr Zeilen kam es bei weniger als 5 Prozent der Patienten. Diese Verschlechterung trat dagegen bei 13 bis 14 Prozent der Patienten in den beiden anderen Gruppen auf.

Nach den Triamcinolon-Injektionen kam es zudem häufig zu Komplikationen wie einem Anstieg des Augeninnendrucks (30 Prozent) oder Entwicklung eines grauen Stars (60 Prozent). Die intra-okularen Injektionen von Ranibizumab verliefen dagegen komplikationslos, wenn man von drei Fällen (0,8 Prozent) einer Endophthalmitis absieht.

Der Hersteller Roche kündigte an, einen Zulassungsantrag erst zu stellen, wenn die Ergebnissen zweier weiterer firmengesponserter Studien vorliegen, was im nächsten Jahr der Fall sein soll. Die jetzige Studie dürfte jedoch den “off-label”-Einsatz in einer häufigen Indikation fördern.

Das National Eye Institute musste sich von kritischen Ophthalmologen fragen lassen, warum es die Studie nicht mit dem wesentlich günstigeren Wirkstoff Bevacizumab durchgeführt hat (Kosten pro Injektion 20 bis 100 statt 2.000 US-Dollar). Dem Vernehmen nach soll die kostenlose Lieferung des Wirkstoffs durch den Hersteller diese Entscheidung gefördert haben.

Das National Eye Institute hat dadurch etwa 9 Millionen US-Dollar gespart. Die Mehrkosten für die Krankenversicherungen dürften ein Vielfaches davon betragen, sofern beide Wirkstoffe austauschbar sind, wovon viele Ophthalmologen überzeugt sind. © rme/aerzteblatt.de

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