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Protein beschleunigt Knochenheilung

Donnerstag, 29. April 2010

Palo Alto – Die Injektion des Proteins „Wnt“ hat in einer Studie in Science Translational Medicine (2010; , 29ra30) bei Mäusen die Knochenheilung dramatisch beschleunigt. Das Wnt-Protein wurde bereits 1982 entdeckt, doch erst 2002 gelang dem Biologen Roel Nusse von der Stanford University School of Medicine das Eiweiß in reiner Form herzustellen. Damit wären die Voraussetzungen für einen therapeutischen Einsatz gegeben.

Wnt werden erstaunliche Fähigkeiten nachgesagt. Es gilt als einer der wesentlichen Regulatoren der Zellerneuerung. Bei Plattwürmern und beim Zebrabärbling steuert es die narbenfreie Regeneration von Körpergewebe.

Beim Menschen ist Wnt im Knochen vorhanden und ein mögliches Einsatzgebiet könnte die Beschleunigung der Knochenheilung sein. Leider ist Wnt in den meisten Flüssigkeiten nicht löslich, was seine Erforschung bisher stark behindert hat.

Den Ausweg, den die Forscher schließlich fanden, war die Integration in Liposomen, mit denen der Wirkstoff ungeachtet seiner schlechten Löslichkeit zu seinem Ziel transportiert werden kann. In ihren Experimenten wurde Wnt in Knochenläsionen bei Mäusen injiziert (die ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt wurden, wie versichert wird): Wnt beschleunigte die Knochenheilung um den Faktor 3,5 – und nach 28 Tagen hatte sich der Knochen vollkommen erneuert, während in einer Vergleichsgruppe die Reparaturvorgänge noch anhielten.

Die Forscher können außerdem zeigen, dass die Aktivierung des Wnt-Signalwegs Voraussetzung einer normalen Knochenheilung ist. Dies könnte, sollten sich die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, der klinischen Medizin neue Perspektiven öffnen.

Derzeit gibt es kaum Möglichkeiten, die Knochenheilung, die sich häufig über Monate hinzieht, zu beschleunigen. In den USA ist derzeit zwar ein „bone morphogenetic protein“ (BMP) zugelassen, das gelegentlich bei Fusionsoperationen an der Wirbelsäule oder Frakturen der langen Röhrenknochen eingesetzt wird. Die Therapie ist jedoch kostspielig und mit einer Reihe von Nebenwirkungen verbunden, die den breiten Einsatz bisher verhindert haben. © rme/aerzteblatt.de

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