Extrakapsuläre Lymphknotenbeteiligung verschlechtert Prognose beim Ösophaguskarzinom
Montag, 3. Mai 2010
Köln – Ösophaguskarzinome haben eine deutliche schlechtere Prognose, wenn sie mit einem kapsulären Lymphknotendurchbruch einhergehen. Diese Erkenntnisse gewannen Wissenschaftler um Arnulf Hölscher von der Klinik und Poliklinik für Allgemein- Viszeral- und Tumorchirurgie der Uniklinik Köln. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift World Journal of Gastroenterology (doi:10.3748/wjg.v16.i16.1986).
Bekannt war, dass die kombinierte neoadjuvante Chemoradiotherapie eine Alternative zur chirurgischen Resektion alleine ist und die Überlebensrate bei Patienten mit Ösophaguskarzinomen verbessert.
Nun hat sich die Aufmerksamkeit nach Angaben der Wissenschaftler auf die extrakapsuläre Lymphknotenbeteiligung gerichtet. Diese Patienten sind eine Untergruppe mit bedeutend schlechteren Überlebensraten.
Bislang war der Arbeitsgruppe zufolge wenig über die Effekte von neoadjuvanter Chemoradiotherapie auf die extrakapsuläre Lymphknotenbeteiligung und dessen prognostischem Wert bei Patienten mit reseziertem Ösophaguskarzinom bekannt.
Die Forscher untersuchten nun die Effekte einer neoadjuvanten Chemoradiotherapie bei Patienten deren extrakapsuläre Lymphknoten ebenfalls befallen waren. 298 Patienten mit fortgeschrittenem Ösophaguskarzinom unterzogen sich einer Ösophagektomie, wobei 68,8 Prozent vor der Resektion mit neoadjuvanter Chemoradiotherapie behandelt wurden. Insgesamt untersuchten die Forscher 986 Lymphknoten mit Metastasen.
Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass eine extrakapsuläre Lymphknotenbeteiligung nicht von einer neoadjuvanten Chemoradiotherapie beeinflusst werden kann. Die Wissenschaftler empfehlen daher, die extrakapsuläre Lymphknotenbeteiligung als einen negativen prognostischen Faktor in den klinischen Alltag zu integrieren.
© rme/aerzteblatt.de
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