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Weitere Gene des Morbus Paget

Montag, 3. Mai 2010

Edinburgh – Britische Forscher sind in einer genomweiten Assoziationsstudie auf Varianten in drei Genen gestoßen, die dem Bericht in Nature Genetics (2010; doi: 10.1038/ng.562) zufolge 70 Prozent der Prädisposition erklären könnten.

Beim Morbus Paget, auch Osteodystrophia deformans genannt, kommt es – häufig an verschiedenen Orten zugleich – zu einem hochgradig gesteigerten Knochenumbau. Auf eine stark erhöhte Resorption der Knochenmasse durch Riesenosteoklasten folgt der gestörte Wiederaufbau eines Knochens mit verminderter mechanischer Stabilität.

Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Häufig bleibt die Erkrankung ohne Folgen. Es kann aber zu Schmerzen, Frakturen bis hin zu schweren Deformitäten des Skeletts kommen. Die Ursache des Morbus Paget ist nicht bekannt.

Es gibt aber eine starke familiäre Disposition: Etwa 15 Prozent der Patienten haben einen Verwandten ersten Grades, der das Erkrankungsrisiko für weitere Familienmitglieder um den Faktor 7 bis 10 steigert.

Vor einigen Jahren wurden Mutationen im SQSTM1-Gen mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Es kodiert das Protein Sequestosom 1, das an der Regulierung der Osteoklasten beteiligt ist. Es soll für über 20 Prozent der familiären Erkrankungen verantwortlich sein (Lancet 2008; 372: 155-63).

Jetzt haben Omar Albagha von der Universität Edinburgh drei weitere Suszeptibilitätsgene entdeckt. Sie sind das Ergebnis einer genomweiten Assoziationsstudie, in der die Gene von 750 Personen mit Morbus Paget und 1.002 Gesunden verglichen wurden. Es folgte eine Validierung an einer zweiten Gruppe von 500 Fällen und 535 Kontrollen.

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Am stärksten war die Assoziation mit einer Genvariante auf dem Chromosom 1p13 in der Nähe des CSF1-Gens. Es kodiert ein Zytokin, das die Aktivität von Makrophagen steuert. Die beiden anderen Genvarianten befanden sich auf dem Chromosom 10p13 im OPTN-Gen (kodiert Optineurin, das an Entwicklung eines Glaukoms beteiligt ist) und auf dem Chromosom 18q21 nahe dem TNFRSF11A-Gen (kodiert einen Tumornekrosefaktor).

Inwiefern die drei neuen Gene in die Pathogenese eingreifen, ist noch unbekannt. Zusammen sollen die Gene etwa 70 Prozent der genetischen Prädisposition erklären, was übrigens eine virale Genese, die ebenfalls diskutiert wird, nicht ausschließt. Die Genvarianten könnten ja dazu führen, dass der Knochen anfälliger auf eine Virusinfektion reagiert.

England ist das Land mit den meisten Erkrankungen am Morbus Paget. Nicht weniger als 8 Prozent der Männer und 5 Prozent der Frauen sollen im Verlauf ihres Lebens erkranken (J Bone Miner Res 2002; 17: 465-71). Da der Morbus Paget häufig asymptomatisch verläuft, könnte die hohe Prävalenz aber auch eine Folge der hohen Aufmerksamkeit britischer Ärzte für diese Störung des Knochenstoffwechsels sein. © rme/aerzteblatt.de

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