Berlin – Die Gesundheitswirtschaft erwartet, dass die Nachfrage nach ihren Gütern und Dienstleistungen deutlich steigt. Gleichzeitig rechnet die Branche zukünftig jedoch mit einer schlechteren Ertragslage. Das sind Ergebnisse des heute in Berlin vorgestellten, ersten „Index für die Gesundheitswirtschaft“. Demnach verzeichnet zwar derzeit fast die Hälfte aller Akteure der Branche eine positive Ertragslage, weniger als 40 Prozent der Befragten glaubt jedoch, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
Dabei sind Unternehmen sowohl gegenwärtig als auch in Bezug auf die zukünftige Entwicklung wesentlich optimistischer als die Ärzteschaft: Während freiberuflich tätige Ärzte, Zahnärzte und Apotheker aktuell zu 46,4 Prozent eine gute bis sehr gute Ertragslage nennen, liegt diese Zahl bei den Unternehmen mit 61,7 Prozent deutlich höher. Zukünftig erwarten sogar nur noch 37,8 Prozent der Freiberufler geringe oder hohe Überschüsse, während diese Zahl bei den Unternehmern mit 55,9 Prozent immer noch deutlich höher ausfällt.
Gleichzeitig zweifelt die Branche nicht daran, dass der Bedarf nach ihren Gütern und Services Angeboten wächst. Schon heute registrieren rund 51 Prozent aller Befragten eine steigende Nachfrage, in Zukunft rechnen 54,6 Prozent damit. Nur 11,7 Prozent glauben, dass der Bedarf an Produkten und Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft sinkt, rund ein Drittel geht davon aus, dass die Nachfrage gleich bleibt.
Bei der Frage nach Preis- und Honorarentwicklung scheiden sich in der Branche die Geister: So melden zwar knapp 45 Prozent einen leichten und rund zehn Prozent einen starken Preis- oder Honoraranstieg und rechnen damit auch in Zukunft. Doch es gibt auch Verlierer: 21,1 Prozent geben aktuell sinkende Preise an. Für die Zukunft liegt diese Zahl mit 24 Prozent noch ein Stück höher.
Widersprüchlich ist dagegen die Entwicklung bei Preisen und Honoraren: Zwar nimmt hier der Großteil der Branche zwar einen Anstieg wahr und glaubt, dass dies auch künftig so bleibt, rund ein Fünftel der Befragten verzeichnet jedoch bereits heute Preissenkungen. Zukünftig rechnen 24 Prozent mit weiterem Preisverfall.
Der neue Index erfasst die aktuelle und zukünftige Situation der gesamten Gesundheitswirtschaft und wird gemeinsam vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Verlag Springer Medizin erhoben und veröffentlicht.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.