Grenzach-Wyhlen – Bei bis zu 5 Prozent aller Patienten kommt es unter der Therapie mit dem Krebsmedikament Avastin® zu Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen, teilte der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mit. Die meisten Reaktionen verlaufen milde. Die Häufigkeit schwerer Zwischenfälle wird mit 0,2 Prozent angegeben.
Immunologische Reaktionen sind bei monoklonalen Antikörpern, zu denen auch der Avastin-Wirkstoff Bevacizumab gehört, nicht ungewöhnlich. Die Patienten müssen deshalb während und nach der Infusion auf Zeichen einer Überempfindlichkeit hin überwacht werden.
Mögliche Symptome sind eine Dyspnoe, eine Rötung beziehungsweise ein Hautausschlag, eine Hypo- oder Hypertonie, eine verminderte Sauerstoffsättigung, Schmerzen im Brustkorb sowie Schüttelfrost und Übelkeit/Erbrechen.
In der Sicherheitsdatenbank ADVENT, die die Sicherheitsdaten aus klinischen Studien und die Nebenwirkungsberichte aus der Spontanberichterstattung sammelt, wurden 273 Fälle erfasst. Bei den meisten dieser Fälle sei die Kausalitätsbeurteilung durch die gleichzeitige Chemotherapie erschwert worden, heißt es in dem Schreiben.
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Bei schweren Zwischenfällen (Grad 3 oder 4 nach Kriterien des US-National Cancer Institute) rät der Hersteller von einer erneuten Exposition ab. Nach leichten Infusionsreaktionen (Grad 1 oder 2) könne nach dem vollständigen Rückgang der Symptomatik eine erneute Gabe von Avastin® bei verringerter Infusionsrate und Komedikation mit Antihistaminika und Kortikosteroiden versucht werden.
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