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Medizin

Alzheimer: Überdosierungen bei Medikamentenpflastern

Mittwoch, 5. Mai 2010

Bonn – Die vermeintlich einfache Anwendung von transdermalen therapeutischen Systemen (TTS, Medikamentenpflaster) verleitet in der Praxis immer wieder zu Medikationsfehlern. Aufgrund einer Häufung von Meldungen veranlasste das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jetzt einen Informationsbrief zu den  TTS Exelon®/Prometax®. Sie enthalten den Cholinesterase-Hemmer Rivastigmin, der zur Behandlung von Demenzerkrankungen eingesetzt wird.

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In einer Doppelblindstudie an 1.195 Patienten, die Ende 2007 zur Zulassung führte, hatte sich das TTS noch als gut verträglich und sicher erwiesen (Int J Geriatr Psychiatry 2007; 22: 456-67). Die Autoren empfahlen es als Alternative zu der bei Demenzpatienten häufig schwierigen oralen Therapie. In der Praxis kann dies das Pflegepersonal jedoch auch zur Nachlässigkeit verleiten.

Es scheint immer wieder vorzukommen, dass verbrauchte Pflaster nicht entfernt und dadurch mehrere Pflaster gleichzeitig angewendet werden. Weitere häufige Fehler sind die Anwendung auf nicht empfohlene Hautstellen oder auf demselben Areal über mehrere Wochen, ein Zerschneiden des Pflasters in mehrere Stücke sowie Fehler bei der Dosierung (Verschreibung/Verabreichung).

Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Hypertonie und Halluzinationen. Möglich sind auch Bradykardie und/oder Synkopen, die mit Unwohlsein oder Stürzen verbunden sein können. Das BfArM warnt vor schwerwiegenden medizinischen Folgen einschließlich dem Tod des Patienten. Konkrete Zahlen zur Zahl der Meldungen und den eingetretenen Komplikationen werden allerdings nicht mitgeteilt. 

Die Ärzte werden aufgefordert, das Pflegepersonal zur sachgerechten Anwendung anzuhalten. Dazu gehört, dass pro Tag nur ein TTS aufgeklebt werden darf und zwar auf einem gesunden Hautareal. Empfohlene Körperstellen sind der obere oder untere Rückenbereich sowie Oberarm oder Brustkorb. Die Pflaster müssen täglich durch ein neues ersetzt werden. Um Hautreizungen zu minimieren, sollte die mehrfache Applikation auf dieselbe Hautstelle innerhalb von 14 Tagen vermieden werden. Ein Zerschneiden ist wie bei allen TTS strikt untersagt. © rme/aerzteblatt.de

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