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Experten bemängeln Unterschiede bei der Frühgeborenenversorgung in der EU

Donnerstag, 6. Mai 2010

Brüssel – Europaweit ist die Rate an Frühgeborenen in den zurückliegenden Jahren auf durchschnittlich sieben Prozent aller Neugeborenen gestiegen. Österreich und Deutschland gehören zu den Ländern mit dem höchsten Anstieg, gefolgt von Belgien und Spanien.

Das Schlusslicht bilden Schweden und Frankreich. Dennoch mangelt es auf nationaler und europäischer Ebene an abgestimmten politischen Strategien zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Frühchen.

Dies geht aus einem Bericht der Europäischen Stiftung für die Versorgung frühgeborener Säuglinge (EFCNI) hervor. Der Bericht gibt die Situation in 13 europäischen Staaten wieder, darunter Deutschland. Grundlage für die Erhebung waren Literaturrecherchen und Interviews mit Gesundheitsbehörden, Ärzten, Pflegkräften und Organisationen von Eltern frühgeborener Kinder.

Nur Portugal und Großbritannien haben dem Bericht zufolge nationale Aktionspläne zur gesundheitlichen Versorgung Frühgeborener entwickelt. Neben dem Vereinigten Königreich gibt es zudem lediglich noch in Schweden ein Programm zur Evaluierung der Versorgungssituation. An Deutschland bemängelt der EFCNI die mangelnde Vergleichbarkeit der Datenlage in den einzelnen Bundesländern.

Die Autoren fordern eine systematische EU-weite Datensammlung, um Aufschluss über die gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten zwischen den EU-Mitgliedsländern bei Frühgeburten zu erhalten. Ferner gelte es, einheitliche Qualitätsstandards für die Vorbeugung, Behandlung und langfristige Betreuung Frühgeborener zu entwickeln. Auch sollten die Forschung und Ausbildung in diesem Bereich sowie der Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern intensiviert werden. © ps/aerzteblatt.de

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