Krebsrisiko für Nierentransplantierte unabhängig vom Immunsuppressivum
Freitag, 7. Mai 2010
Sydney – Nierentransplantierte haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein höheres Krebsrisiko. Dies liegt jedoch nicht an den Wirkungen spezieller immunsupprimierender Medikamente.
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Die Ergebnisse einer Studie von Forschern um Martin Gallagher weisen darauf hin, dass die getesteten immunsupprimierenden Medikamente alle mit einem gleich hohen Krebsrisiko einhergingen, jedoch die Immunsuppression an sich zusammen mit Risikofaktoren wie dem Rauchen das Krebsrisiko erhöhen kann. Die Wissenschaftler publizierten ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Journal of the American Society of Nephrology (DOI: 10.1681/ASN.2009101043).
In Australien liegen die Raten der Nierentransplantationsüberlebenden bei ungefähr 90 Prozent im ersten Jahr und bei mehr als 75 Prozent nach fünf Jahren. Jedoch ist bekannt, dass Patienten mit einer Nierentransplantation ein 2,5 - 3fach erhöhtes Krebsrisiko haben als die Allgemeinbevölkerung.
Die Forscher untersuchten die Daten von 481 Patienten über einen Zeitraum von 20 Jahren. Sie teilten sie in drei Subgruppen ein, wobei die Studienteilnehmer entweder Azathioprin und Prednisolon, eine Cyclosporin-Monotherapie oder aber eine Cyclosporin Monotherapie, auf die nach drei Monaten eine Umstellung auf Azathioprin und Prednisolon folgte, erhielten.
226 dieser Patienten entwickelten mindestens einen Tumor. 20 Jahre nach der Transplantation entwickelten 48 Prozent der Patienten Hautkrebs und 27 Prozent eine andere Krebserkrankung – dabei zeigten sich bei den verschiedenen Therapieformen keine Unterschiede in der Wirkung auf das Krebsrisiko. „Wir fanden heraus, dass kein spezielles immunsupprimierendes Medikament die Gefahr einer Tumorerkrankung bei nierentransplantierten Patienten erhöht“, sagte Gallagher.
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