München – Eine lokale Erwärmung des Gewebes kann Krebszellen abtöten. Dies macht sich die regionale Hyperthermie zunutze, die in einer randomisierten Phase-III-Studie in Lancet Oncology (2010 doi: 10.1016/S1470-2045(10)70071-1) erfolgreich bei Weichteilsarkomen angewendet wurde.
In der Phase-III-Studie, über die Rolf Issels von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitarbeiter in acht weiteren Zentren berichten, wurden über zehn Jahre 341 Patienten mit Hochrisiko-Weichteilsarkom behandelt.
zum Thema |
Die Hyperthermie erfolgte jeweils am ersten und vierten Tag einer Chemotherapie. Dabei wurde die Tumorregion jeweils für 1 Stunde auf 42°C erwärmt. Die Tumorzellen bilden dann Hitzeschockproteine aus, die in das körpereigene Immunsystem eingreifen, berichtet Issels. Dadurch würden die Zellen angreifbarer für natürliche Abwehrprozesse sowie für die Auswirkungen der Chemotherapie.
Diese positive Wirkung machte sich bereits nach den Behandlungen in der präoperativen Phase bemerkbar: Die Tumoren vergrößerten sich nur bei 6,8 Prozent der Patienten gegenüber 20,6 Prozent bei alleiniger Chemotherapie. Die krankheitsfreie Zeit nach der Operation konnte im Durchschnitt um 14 Monate verlängert werden. Auch das Gesamtüberleben konnte von 33 auf 54 Monate verbessert werden.
Die regionale Hyperthermie blieb allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. Die Rate von schweren Leukopenien (vermutlich durch Erwärmung des Knochenmarks) war erhöht, und es gab auch einige „Hitzeschäden“: Die hohen Temperatur wurden von jedem zweiten Patienten als schmerzhaft empfunden und bei einigen kam es sogar zu Hautverbrennungen oder Gewebenekrosen.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.