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Kein Darmkrebs durch Kaffee oder Brause

Montag, 10. Mai 2010

Boston – Eine Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2010; doi: 10.1093/jnci/djq107) entkräftet Befürchtungen, der häufige Genuss von Kaffee oder zuckerhaltigen Süssgetränken könnte das Darmkrebsrisiko erhöhen. Eine Assoziation mit häufigem Teegenuss wurde als statistisches Artefakt gedeutet.

In der Vergangenheit wurde vor allem der Einfluss fester Speisen (rotes Fleische) oder grundsätzlicher Ernährungsgewohnheiten (Fleischkonsumenten versus Vegetarier) auf das Darmkrebsrisiko untersucht. Mit Getränken gelangen allerdings ebenso karzinogene Stoffe in den Körper.

Bei Soda-Getränken könnten dies künstliche Süßstoffe sein. Kaffee enthält zahllose Röststoffe und im Tee sind krebsfördernde Polyamine nachgewiesen worden. Tee enthält aber auch krebsprotektive Polyphenole, und Kaffee könnte durch eine Förderung der Darmtätigkeit die Zeit verkürzen, während der der Darm Karzinogenen ausgesetzt ist.

Xuehong Zhang von der Harvard School of Public Health in Boston hat jetzt die Daten von 13 Kohortenstudien ausgewertet, in denen 731.441 Teilnehmer über 6 bis 20 Jahre nachbeobachtet wurden. Die Ergebnisse werden Kaffeetrinker beruhigen.

Selbst acht große Becher (oder 1,4 Liter) am Tag waren nicht mit einer erhöhten Zahl von Darmkrebserkrankungen assoziiert. Das gleiche trifft auf den Konsum von Süßgetränken zu, die aber in höherem Lebensalter, in welchem Darmkrebserkrankungen auftreten, nicht in dem Maße wie von jüngeren Menschen getrunken werden. Die Studie liefert bis zu einer Trinkmenge von 550 Gramm am Tag eine Entwarnung.

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Starke Teetrinker (vier große Becher oder 900 Gramm am Tag) erkrankten zu 28 Prozent häufiger an Darmkrebs (relatives Risiko 1,28; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,02-1,61). Hier wenden Cynthia Thomson und Maria Elena Martinez vom Arizona Cancer Center in Tuczon im Editorial (JNC; doi: 10.1093/jnci/djq158) ein, dass in den Kohorten (zumeist Europäer und weiße US-Amerikaner) nur wenige Teilnehmer einen hohen Teekonsum hatten, was einen Typ-1-Fehler (falsch positive Assoziation) nicht ausschließe. © rme/aerzteblatt.de

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