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Medizin

Erfolgreiche Sturzprävention durch Community-fall-Teams

Mittwoch, 12. Mai 2010

Nottingham – Hausbesuche durch ein spezielles Community-fall-Team haben in einer randomisierten Studie im britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: C2102) die Zahl der Stürze bei älteren Menschen um mehr als die Hälfte gesenkt.

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In England werden ältere Menschen, die nach einem Sturz den Notarzt alarmiert haben, nur dann in die Klinik transportiert, wenn sie eine schwere Fraktur erlitten haben. Leichte Fälle werden ambulant behandelt. In Nottingham erhielten einige Patienten im Rahmen einer Studie später Besuch von einem Community-fall-Team. Es bestand aus einem Physiotherapeuten, einem Beschäftigungstherapeuten und einer Krankenschwester.

Der Physiotherapeut leitete die Senioren in wenigstens sechs Sitzungen zu einem Kraft- und Gleichgewichtstraining an. Der Beschäftigungstherapeut untersuchte die Wohnung nach Fallrisiken und sorgte für die Installation von Handgriffen und anderen Hilfsmitteln. Die Krankenschwester prüfte den Blutdruck und ging die Medikamentenliste nach möglichen Arzneimittelnebenwirkungen durch, die Auslöser von Stürzen sein könnten.

Bei Bedarf wurden die Patienten an Hausärzte oder andere Versorger weitervermittelt. Alle Patienten nahmen außerdem an 12 zweistündigen Gruppensitzungen zur Sturzprävention teil.

Die Bemühungen haben sich ausgezahlt. Im Vergleich zu einer zweiten Gruppe, die nicht vom Community-fall-Team betreut wurde, kam es in den folgenden 12 Monaten zu 55 Prozent weniger Stürzen.

Das Training hatte auch die alltäglichen Fähigkeiten (z.B. im Barthel-Index) verbessert und den Senioren die Angst vor Stürzen genommen. Die Zahl der Notrufe ging zurück und weniger Patienten mussten wegen Knochenbrüchen hospitalisiert werden. Die Kaplan-Meyer-Kurve (Fig. 3) zeigt allerdings, dass mit zunehmendem Abstand von der Betreuung die Zahl der Stürze wieder zunimmt, so dass viele Patienten wohl eine längerfristige Betreuung benötigen würden. © rme/aerzteblatt.de

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