Dresden – An seinem letzten Sitzungstag lehnte der 113. Deutsche Ärztetag noch einmal vehement die Einführung einer Bachelor-Master-Struktur in der medizinischen Ausbildung ab und sprach sich für den Abschluss mit einem Staatsexamen aus.
Anzeige
Gleichzeitig begrüßte er die klare Positionierung von Bundesgesundheitsminister Philip Rösler, der sich in seiner Eröffnungsrede ebenfalls deutlich gegen die Umsetzung des Bologna-Prozesses in der Medizin ausgesprochen hatte.
Der Ärztetag stellte ausdrücklich klar, dass der wissenschaftliche Anspruch an das Medizinstudium und die gestiegenen Anforderungen an ein komplexes Krankheitsverständnis und multimodale Therapiekonzepte mit einer eventuellen Umstellung auf eine Bachelor-Master-Struktur nicht vereinbar seien.
Einig waren sich die Delegierten ferner, dass die Attraktivität des Arztberufes gesteigert werden muss. Dazu sollen bereits bei der Organisation des Medizinstudiums entsprechende Weichenstellungen vorgenommen werden.
So forderte der Ärztetag, den Studierenden größeren Spielraum bei der Wahl ihres Ausbildungskrankenhauses während des Praktischen Jahres (PJ) zu geben. Stattfinden sollte die Ausbildung während des PJs nach Ansicht des Ärzteparlaments auch in Krankenhäusern der Regelversorgung.
Für förderlich erachtet der Ärztetag auch eine Änderung des vor einigen Jahren etablierten „Hammerexamens“. Dazu fordert er das Bundesgesundheitsministerium auf, den schriftlichen Teil des zweiten Abschnitts der ärztlichen Prüfung wieder vor das Praktische Jahr zu verlagern.
Die Einführung einer Landarztquote bei der Zulassung zum Medizinstudium lehnt der Ärztetag ab. Es dürfe nicht sein, dass Studienplätze für Bewerber mit einem schlechteren Abiturschnitt zurückgehalten werden, die sich verpflichten, sich nach dem Studium auf dem Land niederzulassen.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.