Sydney – Die ACCORD-Studie hat jüngst Zweifel am Sinn einer lipidsenkenden Therapie mit Fibraten aufkommen lassen. Nach einer Meta-Analyse im Lancet (2010; doi: 10.1016/S0140-6736(10)60656-3) ist die seit Jahrzehnten bewährte Wirkstoffgruppe jedoch durchaus in der Lage, die Rate von Herzinfarkten zu senken. Eine Auswirkung auf das Schlaganfallrisiko war nicht zu erkennen.
In der gleichen Größenordnung, dieses Mal aber statistisch signifikant, war die präventive Wirkung in einer Meta-Analyse, über die Vlado Perkovic und Kollegen vom George Institute for International Health an der University of Sydney berichten: Die Analyse umfasste neben dem ACCORD-Lipid-Trial 17 weitere Studien mit 45.058 Teilnehmern.
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Ein interessanter Nebenbefund ist, dass die Fibrate das Risiko einer fortschreitenden Albuminurie um 14 Prozent (2 bis 25 Prozent) senkten. Ob sich daraus eine nephroprotektive Wirkung ableiten lässt, ist unklar. Die Verträglichkeit der Fibrate wird positiv bewertet: Die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse wurde durch nur nicht signifikant gesteigert (relatives Risiko 1,21; 0,91-1,61).
Auch wenn das Ausmaß der Risikominderung bescheidener ausfällt als bei den LDL-senkenden Statinen, mögen Perkovic und Mitarbeiter den Fibraten eine klinische Relevanz nicht völlig absprechen. Erst in der vergangenen Woche hatten britische Forscher übrigens versucht, die Hypertriglyzeridämie als eigenständigen kardialen Risikofaktor zu etablieren (Lancet 2010; 375: 1634-39).
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