Bonn – Ein hoher Bildungsgrad und große soziale oder körperliche Aktivität können nach Ansicht von Experten den Ausbruch von Demenz verzögern. Diese Voraussetzungen begünstigten einen langsameren Verlauf der Krankheit, sagte der Heidelberger Gerontologe Andreas Kruse bei einer Demenz-Tagung am Dienstag in Bonn.
Zwar seien die Chancen der Prävention bei degenerativer Demenz wie Alzheimer geringer als bei gefäßbedingter Demenz. In beiden Fällen könnten die Krankheitsverläufe durch Bildung und Bewegung aber verlangsamt. „Demenz schlummert bis zu 20 Jahre ohne Symptomatik“, so Kruse.
Deshalb könnten die Träger lange im Vorfeld gegen die unterschiedlichen Formen der Krankheit angehen. Das Alter allein führe nicht unweigerlich in die Demenz. Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels müsse deshalb mehr auf Prävention und eine frühe Diagnose gesetzt werden.
Risikofaktoren für die Erkrankung seien neben ungesunder Ernährung unter anderem schlechtes logisches Denken, ein unzulängliches Gedächtnis und wenig Wissen, sagte der Nürnberger Professor Wolf Oswald. Als Leiter der Langzeitstudie „Selbständigkeit im Alter“ (SimA) sprach er sich für körperlich und geistig fordernde Tätigkeiten im Alltag aus.
Insgesamt leiden der Studie zufolge rund 40 Prozent der über 80-Jährigen an Demenzerkrankungen. Noch seien Alzheimer und Demenz nicht heilbar, aber beeinflussbar. Dies stelle besondere Herausforderungen an die medizinische Versorgung.
Mehr Fachärzte in Heimen und eine ganzheitliche Pflege könnten den Krankheitsverlauf eindämmen. Pflegekräfte müssten aber besser für den Umgang mit Demenzpatienten geschult werden.
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