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Anhörung zu Arzneimittel­einsparungen: Nullrunde auch für Ärzte gefordert

Donnerstag, 20. Mai 2010

Berlin – Die geplanten Einsparmaßnahmen bei den Arzneimittel­ausgaben werden nicht ausreichen, um die aktuellen Finanzprobleme der Krankenkassen zu lösen.

Diese Auffassung hat Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands (Spibu), heute bei einer Anhörung im Deutschen Bundestag vertreten.

Im nächsten Jahr sei mit einer Unterfinanzierung von neun bis elf Milliarden Euro zu rechnen. Deshalb „wäre eine Nullrunde im ambulanten Bereich gut“, sagte Pfeiffer.

Sie forderte diese ausdrücklich auch für den Bereich der vertragsärztlichen Honorare. „Durch eine Nullrunde könnten wir im ambulanten Bereich rund eine Milliarde einsparen und im stationären Bereich drei Milliarden“, sagte die Spibu-Vorsitzende.  

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Im Mittelpunkt der Anhörung standen allerdings die geplanten Maßnahmen im Bereich der Arzneimittelausgaben. Bekanntlich wollen Union und FDP durch ein Bündel von Maßnahmen den Anstieg der Arzneimittelausgaben bremsen. So soll am 1. August 2010 für Arzneimittel ohne Festbetrag der Herstellerrabatt von sechs auf 16 Prozent steigen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte Ende März zudem einen gesetzlichen Preisstopp angekündigt, der bis Ende 2013 gelten soll. Vorgesehen ist zudem, das pharmazeutische Unternehmen bereits zur Markteinführung eines innovativen Medikaments Kosten-Nutzen-Dossiers vorlegen.

Diese und andere Maßnahmen sollen gemeinsam mit dem ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung zu einer Reihe von Änderungen bei krankenversicherungsrechtlichen Vorschriften verabschiedet werden. 

Im Verlauf der Anhörung warnten mehrere Pharmaverbände vor den Auswirkungen der Änderungen. Zusammen könnten sich die einzelnen Maßnahmen so auswirken, dass bis zu 22 Prozent des Umsatzes eines Pharmaunternehmens gekappt würden, hieß es. Gefordert wurde, einzelne Segmente noch einmal näher zu analysieren beziehungsweise Härtefallklauseln zu überdenken.
 

So wies beispielsweise die Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, Cornelia Yzer, darauf hin, dass man junge Biotech-Unternehmen erst staatlich gefördert habe und nun mit Rabatten belaste. Sie kritisierte ebenfalls Rabatte auf sogenannte orphan drugs für seltene Erkrankungen.

© Rie/aerzteblatt.de

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polmu
am Donnerstag, 20. Mai 2010, 20:55

Jährliche Gehaltssteigerungen

in gleichem Maß wie sie Frau Pfeiffer und Konsorten oder unsere Politiker regelmäßig erhalten, würden mir völlig genügen!
frusti
am Donnerstag, 20. Mai 2010, 12:54

Wird ja auch Zeit ;-))

dass sich die Bedingungen in D wieder einmal verschlechtern. Die Zahl deutschstämmiger Bewerber auf an schweizer und österreichischen KH ausschriebe Stellen ist derzeit (echt, wir haben kaum noch dt. Bewerber) erschreckend niedrig. Also, auf gehts: Nullrunden, am besten selektiv für Fachärzte (wegen der sozialen Komponenete(8-))))
adonis
am Donnerstag, 20. Mai 2010, 07:42

Doris Pfeiffer

Richtig Frau Pfeiffer. Durch eine Nullrunde kann man kurzfrisig Geld einsparen. Sie können aber auch alle Krankenkassen fusionieren und damit noch mehr Geld sparen. Erkären Sie mal einem Schweden warum Deutschland mehr als 100 Krankenkassen plus Wasserkopf und Manager mit Spitzengehältern braucht. Da ernten Sie nur Kopfschütteln.
Auf ärztlicher Seite ist die Frage: Warum brauchen wir eine Kassenärztliche Vereinigung als Anstalt des Öffentlichen Rechtes. Sinnvoller wäre diese so abzuschaffen und eine freiwillige Vertretung zu schaffen, die die Belange der Ärzte auch vertritt.

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