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Typ-1-Diabetes: Kurze Immuntherapie mit Langzeitwirkung

Freitag, 21. Mai 2010

Brüssel – Zwischenerfolg für die Immuntherapie des Typ-1-Diabetes mellitus. Eine Kurztherapie mit einem monoklonalen Antikörper ist laut einer Publikation in Diabetologia (2010; 53: 614-623) in der Lage, eine Restfunktion der Beta-Zellen über vier Jahre zu erhalten. Die besten Ergebnisse wurden bei jüngeren Patienten erzielt.

Wenn ein Typ-1-Diabetes mellitus manifest wird, ist in der Regel die Masse der Beta-Zellen bereits zerstört. Für eine gewisse Zeit bleibt noch eine Restproduktion von Insulin. Ihr Erhalt ist das Ziel der Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Otelixizumab (vormals ChAglyCD3).

Vor fünf Jahren hatte eine europäische Forschergruppe um Bart Keymeulen vom Diabetes-Forschungszentrum an der Freien Universität Brüssel (deutsche Beteiligung Klinik: München-Schwabing) in einer Phase-II-Studie an 80 neu diagnostizierten Typ-1-Diabetikern zeigen können, dass sechs Infusionen (an aufeinander folgenden Tagen) mit Otelixizumab die residuale Betazellfunktion erhält (NEJM 2005; 352: 2598-2608).

Auch wenn die Patienten weiter insulinpflichtig blieben, so lag der Insulinbedarf nach 18 Monaten doch um 12 Prozent niedriger als vor der Behandlung. Im Placeboarm war der Insulinbedarf dagegen um 50 Prozent angestiegen.

Die Frage lautet nun, wie lange dieser Erfolg bestehen bleibt. Inzwischen liegt eine Nachbeobachtung zu insgesamt vier Jahren vor. Vor allem Patienten im Alter von unter 27 Jahren konnten das anfängliche Niveau der körpereigenen Insulinproduktion über drei Jahre lang aufrechterhalten.

Selbst heute, nach vier Jahren, brauchen die mit Otelixizumab behandelten Patienten dieser Altersgruppe nur zwei Drittel der täglichen Insulindosis im Vergleich zur entsprechenden Kontrollgruppe, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Die vorliegende Studie bedeutet zwar keine Heilung. Sie gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, zumal das Risiko für Langzeit-Nebenwirkungen aufgrund der kurzen Behandlungsdauer gering ist. In der Studie kam es vorübergehend an grippeähnlichen Symptomen.

Bei einigen wurden transienten Symptome einer Mononukleose (Epstein-Barr-Virus-Infektion) beobachtet. Der Hersteller schreibt, das die Nebenwirkungen durch eine Dosisanpassung inzwischen vermindert werden konnten. Er führt derzeit zwei Phase-III-Studien (DEFEND-1 und -2) durch. © rme/aerzteblatt.de

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