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AOK-Versicherte können ab Juni ihre Ärzte bewerten

Dienstag, 25. Mai 2010

Berlin – Die rund 24 Millionen Versicherten der AOK können ab Juni ihre Ärzte bewerten. Dazu stellt die größte gesetzliche Krankenkasse einen Katalog mit rund 30 Fragen ins Netz, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag berichtete. Der AOK geht es um eine Orientierungshilfe für die Suche nach dem passenden Arzt.

„Bei unseren Versicherten besteht ein großer Bedarf an verlässlichen Informationen über die Qualität und das Angebot von Ärzten“, sagte der Vize-Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, der Zeitung. In dem Fragenkatalog geht es vor allem um soziale, kommunikative und organisatorische Aspekte, etwa die Möglichkeit zu Gesprächen mit dem Arzt oder die Wartezeiten, weniger um eine medizinische Beurteilung.  

Starten soll das Projekt laut Bericht in Hamburg, Berlin und Thüringen. AOK-Versicherte können dort die Fragebögen zu ihrem Haus- oder Facharzt im Internet ausfüllen. Im Herbst sollen erste Zeugnisse veröffentlicht werden. Nach AOK-Angaben kann nur durch eine große Datenmenge sichergestellt werden, dass die Urteile über einzelne Ärzte nicht manipuliert oder verfälscht werden. Ärzte haben die Möglichkeit, die Zeugnisse zu sperren.

Das Ärzte-Bewertungsportal der AOK hatte bei der ersten Ankündigung im vergangenen Jahr heftige Diskussionen ausgelöst. Ärztevertreter warnten vor einem möglichen Missbrauch, der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte eine Objektivierung der Urteile der Patienten.
 

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Die AOK hat das Portal zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung entwickelt. „Wir möchten, dass Patienten und ihre Angehörigen bei der Auswahl von Gesundheitsanbietern aktiv entscheiden können", sagte Vorstandsmitglied Brigitte Mohn der Zeitung. Es gehe um Informationen, die von jedem verstanden werden könnten, nicht nur von Fachleuten.

Die AOK bietet seit Mai auch einen Krankenhausnavigator an, mit dem Patienten die Behandlungsergebnisse von Kliniken vergleichen können. Auch hier wird das Angebot zunächst getestet, und zwar in den vier Pilotregionen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe.

Für diesen Navigator werden Daten über Komplikationen während des Krankenhausaufenthaltes und über den weiteren Verlauf bis zu einem Jahr nach der Operation ausgewertet. Für die Zusammenstellung werden anonyme Abrechnungsdaten der Krankenhäuser sowie Versicherungsdaten aus den AOKs verwendet.

© afp/aerzteblatt.de

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