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| dpa |
Eine kleine Gruppe von 11 Patienten aus Europa und 25 aus den USA hatten die Medikamente abgesetzt, weil sie an Krebs erkrankt waren oder andere schwere Folgen der Immunsuppression aufgetreten waren. Andere hatten gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte gehandelt.
Normalerweise führt dies zur sofortigen Abstoßung des Transplantates. Die Niere gilt hier als besonders anfällig, während nach Auskunft von Laurence Turka von der Harvard Medical School in Boston nach Lebertransplantationen bis zu 20 Prozent später ohne Immunsuppressiva auskommen.
Warum die Patienten eine Immuntoleranz entwickelten, ist Gegenstand intensiver Forschung. Die US-Gruppe hat jetzt herausgefunden, dass drei Gene eine Rolle spielen könnten, welche die Differenzierung von B-Zellen beeinflussen. Die Abstoßungsreaktion wird zwar von T-Zellen getragen. Es ist jedoch bekannt, dass beide Arme der Immunabwehr bei der Abstoßungsreaktion kooperieren.
Turka und Mitarbeiter beschreiben auch einen möglichen Biomarker. Immuntolerante Patienten hatten erhöhte Konzentrationen von “CD20 mRNA” in den Zellen des Urinsediments. Außerdem war die Zahl bestimmter unreifer B-Zellen im peripheren Blut erhöht.
Die europäische Gruppe um Maria Hernandez-Fuentes vom King’s College in London, an der auch Mediziner der Berliner Charité beteiligt sind, haben ebenfalls Biomarker im Blut ihrer Patienten gefunden.
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Beide Teams wollen ihre Forschungsarbeiten fortsetzen. Der klinische Einsatz der Biomarker dürfte erst nach dem Abschluss klinischer Studien infrage kommen. Beide Teams warnen ausdrücklich vor dem eigenmächtigen Absetzen der Medikamente. Die Immuntoleranzen seien sehr selten.
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