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Lungenkrebs: Haifischknorpel ohne Wirkung

Donnerstag, 27. Mai 2010

Houston – Ein Extrakt aus Haifischknorpel hat in der Behandlung des fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) enttäuscht. Die Kombination mit einer konventionellen Chemoradiotherapie hat in einer Phase-III-Studie im Journal of the National Cancer Institute (2010; doi:10.1093/jnci/djq179) die Prognose der Patienten nicht verbessert. Die Ergebnisse wurde auch auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellt.

Haifischknorpel steht in weiten Kreisen der Bevölkerung seit längerem im Ruf, bei Krebserkrankungen wahre Wunder zu wirken. Die entwicklungsgeschichtlich sehr alten Fische würden niemals an Krebs erkranken, heißt es immer wieder, und diese Eigenschaften könnten durch die Einnahme der Kapseln auf den Krebspatienten übergehen.

Auch Wissenschaftler konnten sich für den Gedanken begeistern, dass Extrakte des nicht durchbluteten Gewebes eine anti-angiogenetische Wirkung haben könnten, vergleichbar der von Bevacizumab oder anderer moderner Krebsmedikamente.

Der kanadischen Firma Aeterna Zentaris kommt laut einer Pressemitteilung des M. D. Anderson Cancer Center das Verdienst zu, ihr Präparat wie andere Hersteller nicht einfach über Drogerien zu vertreiben, sondern in klinischen Studien zu prüfen.

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Den Abschluss für Neovastat® bildete eine Studie an 379 Patienten mit neu diagnostiziertem NSCLC im Stadium III. Die vom US-National Cancer Center geförderte Studie wurde an 53 Zentren in den USA und in Kanada durchgeführt.

Alle Patienten erhielten eine Standardbehandlung bestehend aus einer Induktionschemotherapie gefolgt von einer Chemo-Radiatio. Zusätzlich wurden die Patienten auf die Einnahme von Neovastat® oder Placebo randomisiert.

Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben. Es war in beiden Gruppen gleich. Im Neovastat-Arm überlebten die Patienten im Mittel 14,4 Monate, im Placebo-Arm dagegen 15,6 Monate. Auch im progressionsfreien Überleben (11,3 vs. 10,7 Monate) gab es keine signifikanten Unterschiede. Für Charles Lu vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston und Mitarbeitern gibt es keine Hinweise, dass Neovastat oder die vielen anderen wissenschaftlich nicht untersuchten Haifischknorpelextrakte eine Wirkung haben.

Der Editorialist Jeffrey White vom National Cancer Institute in Bethesda ist etwas versöhnlicher (JNCI 2010; doi: 10.10J9N3/jCncIi/dJjqo1u96). Er hält die unter der Neovastat etwas, wenn auch statistisch nicht signifikante verminderte Toxizität für einen Ansatzpunkt für weitere Studien. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Montag, 31. Mai 2010, 13:20

Gute Nachricht für den Haifisch

allerdings die Nachricht, dass man die Versuchsreihe fortsetzen will nicht. Nun kann der Wal hoffen, dass nicht seine Knochen oder Knorpel Spekulationen zur Krebsbekämpfung ausgesetzt werden. Die entsprechenden Nationen, die so etwas favorisieren sind ja bekannt.

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