Tokio – Japanische Forscher haben eine ungewöhnliche Quelle für die Stammzelltherapie kardialer Erkrankungen entdeckt: Die Amnionmembran der Fruchtblase enthält mesenchymale Zellen, die im Labor in myokardiale Zellen differenziert werden können. In einer Studie in Circulation Research (2010; 106: 1613-1623) verbesserte die Stammzellbehandlung die Herzfunktion von Versuchstieren.
Die Amnionmembran kann nach der Geburt leicht von der Plazenta abgetrennt werden. Sie ist damit eine kostengünstige und ethisch unbedenkliche Quelle – mit einer weiteren für die Stammzelltherapie interessanten Eigenschaft: Die Grenzschicht zwischen dem mütterlichen und fetalen Organismus ist weitgehend frei von HLA-Antigenen. Die daraus isolierten Zellen werden auch nach einer Allotransplantation nicht abgestoßen.
Shunichiro Miyoshi von der Keio-Universität Tokio und Mitarbeitern ist es gelungen, die mesenchymalen Stammzellen in Myokardzellen zu differenzieren – und zwar mit einer beträchtlich höheren Ausbeute als dies bei Stammzellen aus dem Knochenmark bislang gelungen war: Jede dritte Stammzelle zeigte spontane Kontraktionen.
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