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Stammzellen aus der Fruchtblase stärken den Herzmuskel

Dienstag, 1. Juni 2010

Tokio – Japanische Forscher haben eine ungewöhnliche Quelle für die Stammzelltherapie kardialer Erkrankungen entdeckt: Die Amnionmembran der Fruchtblase enthält mesenchymale Zellen, die im Labor in myokardiale Zellen differenziert werden können. In einer Studie in Circulation Research (2010; 106: 1613-1623) verbesserte die Stammzellbehandlung die Herzfunktion von Versuchstieren.

Die Amnionmembran kann nach der Geburt leicht von der Plazenta abgetrennt werden. Sie ist damit eine kostengünstige und ethisch unbedenkliche Quelle – mit einer weiteren für die Stammzelltherapie interessanten Eigenschaft: Die Grenzschicht zwischen dem mütterlichen und fetalen Organismus ist weitgehend frei von HLA-Antigenen. Die daraus isolierten Zellen werden auch nach einer Allotransplantation nicht abgestoßen.

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Shunichiro Miyoshi von der Keio-Universität Tokio und Mitarbeitern ist es gelungen, die mesenchymalen Stammzellen in Myokardzellen zu differenzieren – und zwar mit einer beträchtlich höheren Ausbeute als dies bei Stammzellen aus dem Knochenmark bislang gelungen war: Jede dritte Stammzelle zeigte spontane Kontraktionen.

Auch die Transplantation der Stammzellen in den Herzmuskel von Mäusen zeigte Wirkung: In der Echokardiografie wurde eine Verbesserung der Kontraktilität im Herzmuskel gemessen. Wurden die Stammzellen nach einem Herzinfarkt injiziert, verkleinerte sich das fibrosierte Areal. Die Zellen überlebten mindestens 4 Wochen.

Die Forscher planen derzeit noch keine klinischen Studien. Zunächst wollen sie die Experimente an größeren Tieren wiederholen. Sollten sie erfolgreich sein, könnten die Stammzellen aus der Fruchtblase zu einem wertvollen Rohstoff für die Stammzellforschung werden, der auch ohne Stammzellbank jederzeit zur Verfügung stünde. © rme/aerzteblatt.de

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