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Herzinsuffizienz: Erste Ergebnisse einer Gentherapie

Freitag, 4. Juni 2010

San Diego – Eine von US-Forschern entwickelte Gentherapie kann den Verlauf einer chronischen Herzinsuffizienz günstig beeinflussen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Phase-II-Studie, die auf einer Tagung der European Society of Cardiology in Berlin vorgestellt wurden.

Bei der Gentherapie werden über einen Herzkatheter Adenoviren in die Koronararterie geleitet. Die genetisch modifizierten Viren infizieren die Herzmuskelzellen und laden dort ihre Genfracht ab. Das Gen enthält die Information für das Enzym SERCA2a.

Es ist für den Kalziumtransport vom Zytosol in das endoplasmatische Retikulum zuständig. Es ist ein Reservoir für das Mineral, dessen Freisetzung und Rücktransport den Wechsel von Kontraktion und Relaxation steuert.

Bei der Herzinsuffizienz soll ein Mangel an SERCA2a vorliegen. Dies war die Rationale für die Gentherapie, die Forscher an der Mount Sinai School of Medicine in New York entwickelt haben, und die jetzt in einer randomisierten placebokontrollierten Dosis-Findungsstudie untersucht wurde.

Die 37 Teilnehmer der „Calcium Up-regulation by Percutaneous administration of gene therapy In cardiac Disease“ oder CUPID-Studie hatten eine chronische Herzinsuffizienz im Stadium NYHA III oder IV. Die linksventrikuläre Auswurffraktion war auf unter 35 Prozent abgefallen. Alle Patienten trugen einen implantierten Cardioverter-Defibrillator.

Die Teilnehmer wurden auf Placebo oder eine Gentherapie in drei unterschiedlichen Dosierungen randomisiert. Es handelte sich also um eine Dosisfindungsstudie, bei der die Sicherheit der Therapie im Vordergrund steht. Gesucht wird eine maximal verträgliche Dosis.

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Nach den von Studienleiter Barry Greenberg von der Universität von Kalifornien in San Diego mitgeteilten Ergebnissen gab es auch in der höchsten Dosierung keine Sicherheitsbedenken. Gleichzeitig wurden erste Hinweise auf eine Wirksamkeit gefunden. Der Endpunkt, ein Composite aus Tod, Linksherzunterstützungssystems (LVAD) oder Herztransplantation sowie einer Hospitalisierung wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz, wurde um etwa 50 Prozent gesenkt.

Außerdem wurde die durchschnittliche Hospitalisierungsdauer von 2,1 auf 0,2 Tage pro Patient verkürzt. Die Patienten gaben eine um 3,4 Punkte verbesserte Lebensqualität an, während sich diese im Placeboarm um 10,3 Punkte verschlechterte. Die 6-Minuten-Gehstrecke verbesserte sich um 87 Meter, während sie sich unter Placebo um 1 Meter verringerte.

Unterschiede gab es auch in dem Laborwert NT-ProBNP (ein Biomarker der Herzinsuffizienz) und im linksventrikulären enddiastolischen Volumen, ein Maß für die Vergrößerung des Herzens. Die Forscher planen jetzt eine Phase-III-Studie, von der verlässliche Ergebnisse zur Wirkung der Therapie erwartet werden. © rme/aerzteblatt.de

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