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Menopause: Hormonpflaster ohne Schlaganfallrisiko

Freitag, 4. Juni 2010

Montréal – Hormonpflaster könnten eine sichere Applikationsform für die Hormontherapie in der Menopause sein. In einer Fall-Kontroll-Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c2519) war die transdermale im Unterschied zur oralen Applikation nicht mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert.

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Schlaganfälle gehören neben Brustkrebs, Herzinfarkt und venösen Thrombosen zu den Risiken einer Hormontherapie, die durch die Women’s Health Initiative aufgedeckt wurden. In dieser und anderen randomisierten Studien wurden die Hormone (Östrogene mit oder ohne zusätzliche Gestagene) in Tablettenform verabreicht.

Hormonpflaster könnten sicherer sein, da sie eine gleichmäßigere Freisetzung des Wirkstoffes ermöglichen und ein sogenannter First-Pass-Effekt nach der Resorption über den Darm entfällt. Nachdem eine kleinere Fall-Kontroll-Studie bereits angedeutet hatte, dass die transdermalen Applikationssystem nicht mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden sind, hat die Gruppe um Samy Suissa von der McGill Universität in Montreal (zusammen mit Epidemiologen am Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin) die Daten der britischen General Practice Research Database (GPRD) ausgewertet.

Es handelt sich um die weltweit größte Datenbank zu Allgemeinarztpatienten. Sie verzeichnet sowohl die Verordnung von Medikamenten als auch die Diagnosen der Patienten, was es Suissa ermöglicht, die Hormontherapie mit Schlaganfällen in Beziehung zu setzten. Von 870.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, also der Zielgruppe der Hormonersatztherapie, hatten 15.710 einen Schlaganfall erlitten. Diesen Fällen wurden jeweils bis zu vier Kontrollen gegenübergestellt.

Wie erwartet, war die orale Einnahme von Östrogenen (plus 35 Prozent) und von Östrogen-Gestagen-Kombinationen (plus 24 Prozent, jeweils in der adjustierten Analyse) mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert. Bei den transdermalen Applikationsformen war dies nicht der Fall, für die Östrogen-Gestagen-Kombination wurde sogar ein tendenziell erniedrigtes Risiko gefunden.

Bei beiden Applikationsformen war das Schlaganfallrisiko abhängig von der Dosis und der Dauer der Anwendung. Die höhere Dosis war auch bei der Pflasterlösung mit einer signifikant höheren Rate an Schlaganfällen assoziiert, bei der Anwendungsdauer bestand die Tendenz bei einer Dauer von mehr als einem Jahr.

Die Dosis- und Zeitabhängigkeit ist bei Fall-Kontroll-Studien ein wichtiges Indiz für eine Kausalität der Assoziation. Den Autoren ist jedoch klar, dass ihre Studie nur erste Hinweise für eine möglicherweise erhöhte Sicherheit der transdermalen Hormontherapie liefert. Jetzt müssten randomisierte klinischen Studien folgen.

Die Leitlinien dürften vorerst bei der Empfehlung zu einem zurückhaltenden und zeitlich möglichst begrenzten Einsatz bleiben, wobei neben den transdermalen Applikationen auch die lokale Anwendung eine zielgerichtetere Alternative zur Einnahme von Tabletten sein könnte. © rme/aerzteblatt.de

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