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Bioethiker Reich: Künstliches Leben ist schöne Zukunftsvision

Montag, 7. Juni 2010

München – Der Biologe und Ethiker Jens Reich befürwortet die Forschungen für künstliches Leben. In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des in München erscheinenden Magazins „Focus“ sprach er von „schönen Zukunftsvisionen“.

Die Menschen sollten ihren Intellekt lieber für solche Ziele einsetzen und nicht für die Produktion immer neuer Waffen und Schadstoffe. Der Forscher am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin ist auch Mitglied des Deutschen Ethikrats. 

Die Zeitschrift „Science“ hatte im Mai berichtet, dass der US-amerikanische Gen-Forscher Craig Venter im Labor eine künstliche Zelle erzeugt habe. Sie werde von einer synthetischen DNS kontrolliert und könne sich wie eine natürliche Zelle teilen sowie vermehren.

In seinem Focus-Beitrag nahm der 71-jährige Reich den Venter vor dem Vorwurf in Schutz, dieser wolle Gott spielen. Es sei eine „armselige Vorstellung von Gott“, zu glauben, der Schöpfer habe ähnlich wie Venter versucht, „das Leben aus einer Sammlung von Biobricks, Vorstufen genetischer Moleküle, wie aus einem Chemiebaukasten zusammen zu stecken“.

Das Ziel von Forschern wie Venter ist es laut Reich, mithilfe der im Labor geschaffenen Organismen etwa umweltverträglichen Treibstoff herzustellen. Auch wollten sie Medikamente günstiger produzieren oder Schadstoffe in Böden beseitigen. Reich begrüßte solche Vorhaben, warnte aber vor Missbrauch: „Wer über Segnungen spekuliert, sollte auch die Gefahren nicht verschweigen.“

So könnte ein bösartiger biotechnischer Entwurf die Herstellung von neuen Mikroben für biologische Kriegsführung oder Terrorangriffe ermöglichen. Zudem bestehe die Gefahr, dass derartige Nanostrukturen „die genetische Konstitution des Menschen grundsätzlich neu entwerfen“. © kna/aerzteblatt.de

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