München – Der Biologe und Ethiker Jens Reich befürwortet die Forschungen für künstliches Leben. In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des in München erscheinenden Magazins „Focus“ sprach er von „schönen Zukunftsvisionen“.
Die Menschen sollten ihren Intellekt lieber für solche Ziele einsetzen und nicht für die Produktion immer neuer Waffen und Schadstoffe. Der Forscher am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin ist auch Mitglied des Deutschen Ethikrats.
Die Zeitschrift „Science“ hatte im Mai berichtet, dass der US-amerikanische Gen-Forscher Craig Venter im Labor eine künstliche Zelle erzeugt habe. Sie werde von einer synthetischen DNS kontrolliert und könne sich wie eine natürliche Zelle teilen sowie vermehren.
In seinem Focus-Beitrag nahm der 71-jährige Reich den Venter vor dem Vorwurf in Schutz, dieser wolle Gott spielen. Es sei eine „armselige Vorstellung von Gott“, zu glauben, der Schöpfer habe ähnlich wie Venter versucht, „das Leben aus einer Sammlung von Biobricks, Vorstufen genetischer Moleküle, wie aus einem Chemiebaukasten zusammen zu stecken“.
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