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US-Bericht kritisiert Einsatz von Ärzten bei CIA-Verhören

Montag, 7. Juni 2010

Washington – Eine Ärztevereinigung in den USA hat den Einsatz medizinischen Personals bei der Misshandlung von Terrorverdächtigen in Obhut des Geheimdiensts CIA angeprangert und die Regierung zur Aufklärung aufgefordert.

Die Anwesenheit und die Mitwirkung von Ärzten bei gewaltsamen Verhören verletze die medizinischen Standesregeln und stelle möglicherweise auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, heißt es in einem am Montag von der US-Gruppe Physicians for Human Rights vorgelegter Bericht.  

Die Befunde stützen sich nach Angaben der Verfasser auf die Auswertung von Regierungs- und Behördendokumenten. Den Informationen zufolge zog die CIA medizinisches Personal für eine Vielzahl von Verhörmethoden hinzu, die von als Folter betrachtet werden: simuliertes Ertrinken („Waterboarding“), Schlafentzug, Zwang zur Nacktheit, extreme Kälte oder Wärme und langdauernde Isolationshaft.

Die Einschaltung von Medizinern habe offensichtlich das Ziel verfolgt, „einen rechtmäßigen Rahmen für Folter zu schaffen“, resümiert der Bericht. Die Mediziner hätten offenbar sicherstellen sollen, „dass die Ermittler nicht die gesetzlichen Grenzen bei der Auslösung schwerer körperlicher und geistiger Qualen überschritten“.

Ziel der Einsätze sei es auch gewesen, einen medizinisch gesicherten Ablauf beim routinemäßigen Einsatz von Misshandlungen auszuarbeiten, heißt es weiter.

Dies komme „Forschung und Experimenten an Häftlingen“ gleich, was sowohl in den USA als auch im Völkerrecht ausdrücklich verboten ist. Die Verfasser forderten US-Präsident Barack Obama auf, eine Untersuchung einzuleiten, um die Vorwürfe „illegaler Menschenexperimente“ aufzuklären. © afp/aerzteblatt.de

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adonis
am Dienstag, 8. Juni 2010, 11:26

2 Anmerkungen dazu

1. Die Kritik kommt aus den USA selbst. Das ist äusserst zu begrüssen.
2. Die Kritik ist nicht neu. Schon vor Jahren wurde im NEJM dazu Stellung genommen.
Das macht die Vorfälle selbstverständlich nicht besser, zeigt aber dass die USA zu mindest in Teilen noch ein moralischer und freier Staat sind. Dies haben sie ja unter George Bush erheblich eingebüst. Vielleicht nicht ganz so spürbar für ihre Bürger. Deutlich aber in Kontrollen, ûberwachungen und Lagern, deren Paralellen zu den anfänglichen KZ wie Dachau nicht zu übersehen sind.

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