Washington – Eine Ärztevereinigung in den USA hat den Einsatz medizinischen Personals bei der Misshandlung von Terrorverdächtigen in Obhut des Geheimdiensts CIA angeprangert und die Regierung zur Aufklärung aufgefordert.
Die Anwesenheit und die Mitwirkung von Ärzten bei gewaltsamen Verhören verletze die medizinischen Standesregeln und stelle möglicherweise auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, heißt es in einem am Montag von der US-Gruppe Physicians for Human Rights vorgelegter Bericht.
Die Befunde stützen sich nach Angaben der Verfasser auf die Auswertung von Regierungs- und Behördendokumenten. Den Informationen zufolge zog die CIA medizinisches Personal für eine Vielzahl von Verhörmethoden hinzu, die von als Folter betrachtet werden: simuliertes Ertrinken („Waterboarding“), Schlafentzug, Zwang zur Nacktheit, extreme Kälte oder Wärme und langdauernde Isolationshaft.
Die Einschaltung von Medizinern habe offensichtlich das Ziel verfolgt, „einen rechtmäßigen Rahmen für Folter zu schaffen“, resümiert der Bericht. Die Mediziner hätten offenbar sicherstellen sollen, „dass die Ermittler nicht die gesetzlichen Grenzen bei der Auslösung schwerer körperlicher und geistiger Qualen überschritten“.
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