Houston – Infolge des geänderten Sexualverhaltens ist der Anteil der Oropharyngealkarzinome gestiegen, die durch das humane Papillomavirus (HPV) ausgelöst werden. Die Tumoren zeichnen sich einer Studie im New England Journal of Medicine (2010; doi: 10.1056/NEJMoa0912217) zufolge durch eine deutlich bessere Prognose aus.
In einer randomisierten Studie der US-amerikanischen Radiation Therapy Oncology Group (RTOG) betrug der Anteil der Oropharyngealkarzinome mit einem positiven HPV-Nachweis bereits zwei Drittel. Frühere Untersuchungen hatten ihn eher im Bereich von einem Viertel geortet.
Die HPV-induzierten Krebserkrankungen scheinen die klassischen Krebserkrankungen dieser Region, deren wichtigster Risikofaktor die Kombination aus Rauchen und einem (oft starken) Alkoholkonsum ist, langsam in den Hintergrund zu drängen.
Es handelt sich vermutlich um zwei pathologisch unterschiedliche Erkrankungen, was sich auch an den Behandlungsergebnissen zeigt. In der RTOG-Studie waren die Patienten mit einer Chemotherapie und zwei unterschiedlichen Versionen einer Radiotherapie behandelt worden.
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Auch unter den HPV-Infizierten war das Rauchen der zweitwichtigste Risikofaktor. Für die Editorialisten Douglas Lowy, Bethesda, und Karl Munger, Boston ist die Studie nicht nur ein weiteres Argument, auf das Tabakrauchen zu verzichten (NEJM 2010; doi: 10.1056/NEJMe1003607).
Da etwa 90 Prozent der HPV-Stämme beim Oropharyngealkarzinom zum Typ 16 und weitere 5 Prozent zum HPV-Typ 18 gehören, könnte ihnen vermutlich durch eine Impfung mit Cervarix oder Gardasil vorgebeugt werden.
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