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| MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag |
Die Tarifparteien einigten sich nach einem 23-stündigen Verhandlungsmarathon darauf, dass die 55.000 Ärzte an den kommunalen Kliniken rückwirkend zum 1. Mai zwei Prozent mehr Gehalt erhalten. Zusätzlich zu der linearen Gehaltserhöhung bekommen die Ärzte für die Monate Januar bis April eine Einmalzahlung von 400 Euro.
Außerdem wurden höhere Zuschläge für Bereitschaftsdienste vereinbart, je nach Gehaltsgruppe steigen die Vergütungen hier um 4,7 bis 12 Prozent. Für Nachtdienste gibt es künftig einen Aufschlag von 15 Prozent, der zu der Bereitschaftsvergütung hinzukommt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 20 Monaten, er gilt vom 1. Januar 2010 bis zum 31. August 2011.
„Wir haben ein ordentliches Ergebnis in schwieriger Zeit erzielt und unser Hauptziel erreicht: eine deutlich bessere Vergütung der Dienste in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen“, sagte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag. Die Erhöhung der Ärztegehälter sei absolut vorzeigbar im Vergleich zu anderen Tarifabschlüssen in diesem Jahr.
Nun würden die Mediziner statt des früheren Nachtzuschlages von 1,28 Euro pro Stunde mindestens 3,50 Euro bekommen. Auch sind künftig zwei freie Tage nach 288 geleisteten Bereitschaftsstunden in der Nacht für die Ärzte vorgesehen. Hammerschlag unterstrich, das Ergebnis sei insgesamt ordentlich.
Der neue Tarifvertrag sieht neben den neuen Gehaltsregelungen auch strukturelle Veränderungen vor. So sollen etwa Berufsanfänger künftig schneller in höhere Lohngruppen eingestuft werden können.
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Die VKA bringt der Abschluss nach eigener Aussage „an die Grenze des Zumutbaren“. Denn er koste die kommunalen Krankenhäuer rund 140 Millionen Euro für eine Laufzeit von 20 Monaten. „Das Gesamtpaket ist für uns gerade noch akzeptabel“, kommentierte VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg. Es bleibe aber ein bitterer Beigeschmack, da der MB nicht ohne Arbeitskampf zu einem Tarifabschluss bereit war. „Die Kompromissfindung mit dem Marburger Bund war bis zum Schluss schwierig“, so Finklenburg.
Die seit dreieinhalb Wochen anhaltenden Streiks in den Krankenhäusern werden bis zur Unterzeichnung des Tarifvertrages am Samstag ausgesetzt. Finklenburg nannte den Arbeitskampf der Ärzte „überflüssig“ und die in manchen Krankenhäusern entstandenen Schäden „unglücklich“. Es gehe jetzt darum, wieder Frieden in den Kliniken einkehren zu lassen.
Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, sagte: „Ohne den Rückenwind durch die Streiks hätten wir dieses Ergebnis nicht erreicht.“ Der neue Tarifvertrag mache Arbeitsplätze im Krankenhaus wieder attraktiver.
Am Samstag sollen die Kommissionen der Gewerkschaft und der Arbeitgeberseite den Vertrag unterzeichnen.
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