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England: Weniger Herzinfarkte nach Rauchverbot

Mittwoch, 9. Juni 2010

Bath – Der Rückgang der Herzinfarkte, der nach Einführung von Rauchverboten in Pubs und öffentlichen Gebäuden für England vorhergesagt wurde, ist geringer ausgefallen als erwartet. Nach einer landesweiten Analyse der Notfallaufnahmen im Britischen Ärzteblatt BMJ (2010; 340: c2161) könnte das Antirauchergesetz jedoch jedes Jahr 1.200 Engländer vor einem Herzinfarkt bewahren.

Dass aktives und passives Tabakrauchen einen Herzinfarkt begünstigt, ist anerkannt. Das Risiko ist nicht nur langfristig durch die Förderung der Atherosklerose erhöht. Negative Auswirkungen auf die Thrombozytenaggregation und die Endothelfunktion lassen sich experimentell bereits 30 Minuten nach einer Exposition nachweisen.

Die Rauchverbote, die zunächst in den USA und in den letzten Jahren auch in Europa eingeführt wurden, haben sich deshalb unmittelbar auf die Zahl der Herzinfarkte ausgewirkt. Nur über das Ausmaß herrscht Unklarheit. Die Ergebnisse schwankten sehr stark.

Erste kleinere US-Studien beschrieben eine Reduktion um 27 bis 40 Prozent. Spätere Studien kamen zu maßvolleren Einschätzungen. Im US-Staat New York soll die Zahl der Herzinfarkte um 8 Prozent, in vier italienischen Regionen um 13 Prozent, in Schottland um 23 Prozent zurückgegangen sein. Zwei Studien aus Neuseeland und dem Piemont konnten überhaupt keinen Rückgang feststellen.

Nach der jüngsten Studie, die das englische Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, könnte der Rückgang etwa 2,4 Prozent betragen, also beträchtlich weniger als in den meisten früheren Untersuchungen.

Doch auf 49 Millionen Einwohner Englands kämen immerhin jedes Jahr 1.200 Menschen, denen eine Klinikeinweisung wegen eines Herzinfarktes erspart bleibt. Nimmt man die Wiederaufnahmen hinzu, wären es 1.600 pro Jahr. Hinzu käme wohl noch eine Reduktion bei den tödlichen Infarkten in der Prähospitalphase.

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Die Gruppe um Anna Gilmore von der Universität Bath kann für sich behaupten, die bisher größte und genaueste Analyse zu dieser Fragestellung durchgeführt zu haben. Sie umfasst alle Erwachsenen, die im Zeitraum von Juli 2002 bis September 2008, also 15 Monate nach Inkraftreten des Gesetzes vom 1. Juli 2007, wegen eines akuten Herzinfarktes in der Notfallaufnahme einer Klinik des Landes behandelt wurden.

Außerdem berücksichtigen die Forscher genauer als frühere Analysen andere saisonale Einflüsse auf die Herzinfarktrate. Hierzu gehören neben den Temperaturen auch die jährlichen Grippewelle und auch ein Erkrankungsgipfel in den Weihnachtsfeiertagen. © rme/aerzteblatt.de

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