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bvmd gegen NC-Abschaffung und Landarztquote

Freitag, 11. Juni 2010

Bonn – Aus Sicht der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) ist es kein probates Mittel gegen den Landärztemangel, den Numerus Clausus (NC) abzuschaffen. Die bvmd betont in einem aktuellen Positionspapier, dass ein Zusammenhang zwischen dem Auswahlverfahren zum Medizinstudium und dem Landarztmangel nicht evident ist.

„Aus Reihen der Politik wurden jedoch in der jüngeren Vergangenheit Zusammenhänge zwischen dem Auswahlmodus der Fakultäten und dem Landarztmangel hergestellt“, heißt es dazu von der bvmd.

Es gebe aber keine Evidenz dafür, dass eine gezielte Rekrutierung von Bewerbern mit schlechterem Abiturnotendurchschnitt zu einem höheren Anteil Landarztinteressierter unter den Medizinstudierenden führe.

Zudem bezweifelt die bvmd, dass sich beispielsweise durch Auswahlgespräche gezielt und zuverlässig Bewerber mit dem Berufswunsch Landarzt selektieren lassen. Die Bundesvertretung fordert, gezielt die Ursachen der geringen Attraktivität des Landarztberufes zu erforschen und kausal gegenzusteuern.

Zudem spricht sich die bvmd klar gegen eine „Landarztquote“ aus, nach der ein bestimmter Anteil der Medizinstudienplätze für Bewerber zurückgehalten wird, die sich zu einer späteren Tätigkeit in einer unterversorgten Region verpflichten. Ein angehender Student, der diese Verpflichtung einginge, müsste sich mehr als elf Jahre im Vorhinein auf eine bestimmte Spezialisierung beziehungsweise einen bestimmten späteren Lebensort verpflichten“, so die Bundesvertretung.

Dies sei eine zu starke Einschränkung der freien Entfaltung und persönlichen Entwicklung. Zudem sei mit einer Landarztquote nicht garantiert, dass die so Zugelassenen später auch tatsächlich in dem politisch gewünschten Bereich tätig würden. © hil/aerzteblatt.de

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