Universität Lübeck: Uniklinika und MFT fordern Erhalt der Medizin
Freitag, 11. Juni 2010
Berlin – Mediziner aus ganz Deutschland fordern in Resolution die Bundesregierung auf, finanzielle Mittel für den Erhalt der medizinische Fakultät der Universität Lübeck bereitzustellen. Nach dem Beschluss der Regierung des Landes Schleswig-Holstein soll das Medizinstudium an der Universität Lübeck eingespart werden.
„Die Universität Lübeck ist mit ihrer Medizinischen und Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät eine leistungsfähige Medizinische Hochschule, die sich erfolgreich in der Medizintechnik mit der produzierenden Wirtschaft und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vernetzt hat“, sagte Dieter Bitter-Suermann, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT).
Unverschuldet werde sie nun zum Opfer der Bankenkrise. Denn die Universität Lübeck habe in Forschung, Lehre und Know-how-Transfer alles richtig gemacht. „Es ist daher unverantwortlich, den Schlüsselstandort für medizintechnische Netzwerke im Norden unserer Republik nicht mehr zu erhalten", so Bitter-Suermann.
Nach Meinung des
Verbandes der Uniklinika (VUD) werden derartige Proteste jedoch erfolglos bleiben. „Empörung und Appelle von Betroffen und Verbänden werden nichts nützen, denn das Bundesland hat seine Finanzsituation realistisch eingeschätzt und sich angesichts der Kostenanforderungen für überfordert erklärt“, sagte VUD-Vorsitzender Jörg Rüdiger Siewert.
Es sei aber absurd, gleichzeitig Medizinfakultäten zu schließen und in der
Kultusministerkonferenz (KMK) über den Ausbau medizinischer Studienplätze nachzudenken.
Vor diesem Hintergrund plädierte auch der VUD dafür, dass der Bund sich an der Medizinerausbildung in Deutschlands beteiligt. „Bund und Länder müssen die Universitätsmedizin als systemrelevante Gemeinschaftsaufgabe sicherstellen, organisieren und finanzieren; sonst werden uns an allen Ecken und Enden Ärzte fehlen“, warnte VUD-Vorsitzender Jörg Rüdiger Siewert.
© hil/aerzteblatt.de
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