München – Der künftige Leiter des Arzneimittelprüfinstituts, Jürgen Windeler, hält einen großen Teil der auf dem deutschen Markt verkauften Medikamente für überflüssig. „Die Zahl von 50.000 Medikamentenvariationen könnte ohne Qualitätsverlust vielleicht auf ein Zehntel sinken, in jedem Fall auf unter 10.000“, sagte der künftige Chef des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem Nachrichtenmagazin „Focus“.
Windeler sagte, „nutzlose Behandlungen“ sollten aus der Erstattungspflicht für die gesetzliche Krankenversicherung herausgenommen werden. „Das verschafft dann Raum für wirkliche Fortschritte“, sagte er. An konkreten Kosten orientierte Bewertungsmaßstäbe benachteiligten bestimmte Patientengruppen. Außerdem träfen sie in der deutschen Öffentlichkeit auf völliges Unverständnis.
Windeler wird im IQWiG in Köln Nachfolger von Peter Sawicki. Dieser war durch seine pharmakritische Haltung bekannt geworden. Sawicki waren Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen vorgehalten worden. Deshalb wurde sein Vertrag nicht verlängert.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.